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295 ihm still, „und ist Vorbeter/' Darauf hat er mir ein Gebetbuch gegeben, und wie ihm die Frau dafür zahlen wollte, hat er beim Leben seines Weibes und seiner Kinder geschworen. er nimmt keinen Kreuzer dafür. Und so sind wir gegangen, und…
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— 296 — „Lies mir das noch einmal vor. was sie über den alten Mann in der „goldenen Gasse" schreibt," sagte er. Der Baß folgte seinem Geheiß. „Merkwürdig, merkwürdig." murmelte David Brod vor sich hin, „sie weiß noch, wie ihr Vater heißt! W…
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297 Briese ähnlichen Inhalts, wie der zuletzt mitgetheilte. Langten noch öfters ein; immer war es ein Wort, ein leise hingeworfener Ausdruck, der die Aufmerksamkeit und das -Sinnen des alten Vorbeters fesselte, und dieses Wort, dieser Satz …
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298 Das Kind des Vorbeters hatte andere erhalten, nicht jene», an denen die Hand des Menschen wirkt und webt, sondern^ die die eigene Seele ans sich selbst herausschafft, an deren- Zurüstung der eigene Geist gesonnen und gedichtet hat. — Ei…
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299 Wieder waren es nur diese wenigen Worte, die all sein Sinnen und Empfinden in Anspruch nahmen. Sein Kind, in voller Zubereitung, um mit weit geöffneten Fittigen wie eine den Lenz anssuchende Schwalbe, das fern liegende Land des Südens a…
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300 die später so rasch sich hoben, waren damals noch gesenkt: still war die Luft ringsum und fast bleiern drückend. Was stch heben wollte, wurde in seiner ersten Krastanstrengung lahm; was hinausstrebte, das ward von hundert und aber hunde…
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301 werde am Abende, wenn man dieKerzen angezündet hatte und die trauliche Laubhütte mit einem Segensspruche des Vaters eingeweiht wurde! Achtmal war dies geschehen, seitdem ein Kind der „Gasse" diese vergoldeten Aepsel und Nüsse verächtlic…
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302 damit begnügen und nicht weiter nachsorschen; das Geld käme nicht vom Grasen. Er sollte sich damit gütlich thun, die Zeit der Kümmerlichkeit und des Darbens sei vorüber! Bella lebte also? Was war mit ihr geschehen? All das hatte Feiwelm…
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303 so zu leben und nicht zu wissen, ob sie mir gestorben ist . . und lebt dabei ..." Der Baß nahm das Geld zu sich und brachte es in sichere Verwahrung. In der „Gasse" unterhielten sich aber die Leute mit der in allen Formen einer sicher v…
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304 Die erste Sängerin nämlich, die die „Norma" singen sollte-. sei plötzlich auf's Ernstlichste erkrankt; es habe aber in dev Eile, da keine andere Vorstellung so schnell vorgeführt werden könne, eine junge Sängerin, die bisher in zweiten …
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— 305 — rhnen an Sabbaten und Feiertagen die heiligen Gebete vortrug; daß der „Karfunkel" einen solchen Glanz, ein solches Leuchten um sich her ausstreute, um den Glanz und das Leuchten anderer Edelsteine neben sich erblassen zu machen. Woh…
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306 ich könnte daraus erfahren, daß Ihr nun ein reicher Mann seid, dem seine Tochter ungezähltes Geld schickt, und daß die Gemeinde Euch vielleicht etwas von Euerem Gehalte abziehen könnte! David Brod, was seid Ihr doch für ein Min geworden…
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307 „David Brod, ich sag' es Dir, wenn Du Dich nicht änderst, so schnür' ich mein Bündel, und gehe wieder nach Baiern zurück." „Warum nicht, Feiwelmann", hatte dagegen David Brod gesagt, „da hast Du nicht weit nach Frankfurt am Main und kan…
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308 ,,Herrlicher Karfunkel in der weiten, weiten Welt! ,,Wie ich noch ein Kind war zu Hause in Baiern, da hat mir einmal eine alte Frau ein Mährchen erzählt, welches ich bis auf den heutigen Tag nicht vergessen habe. Ein Königskind war sein…
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309 Truhe! Wie geht es denn Dir, herrlicher Karfunkel, in der weiten, weiten Welt? Hast denn Du keine Krone aus Deiner Kindheit, nicht einmal so eine armselige Truhe, wie ich eine gehabt habe? Hast Du denn nichts, gar nichts, was Dich an di…
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310 auf das Wort eines Kaisers. Verzeihe mir, daß ich das Alles so geradezu heraussage. Aber . . Du hast Deinen Vater Ln acht.Jahren nicht gesehen, und ich . . . ich habe ihn stündlich vor Augen. „Lebe wohl, leuchtender Karfunkel, dem ich b…
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311 Mit dieser Bezeichnung ging die ,,Gasse" unstreitig viel .zu weit. Gottlieb Weißfisch, der Mediziner, war durchaus nicht das, was man im Leben so oberflächlich einen schlechten Studenten nennt; aber weil er bereits durch volle zehn Jahr…
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312 Gottlieb Weißfisch es über sich nahm, ihnen den Inhalt der berühmtesten Trauerspiele mit der vollständigen Declamation und Gesticulation der „größten" Schauspieler und Schauspielerinen auf das Getreueste wieder zu erzählen? Was hatten s…
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313 traurig und mit der Miene eines wahrhaft Unglücklichen aus: „O! wie bedauere ich es, daß es mir nicht gegönnt war, noch diese eine Woche in Prag zu bleiben. Welch' ein Kunstgenuß stand mir bevor? Heute tritt die göttliche Brodini auf, d…
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314 <ruch, daß um ihre Herkunst ein geheimnißvoller Schleier gebreitet liege, den noch Niemand zu lüften im Stande war. Einige behaupten, sie sei eines vornehmen Grafen Tochter, die aus unbezwinglicher Liebe zur Kunst sich der Bühne gewidme…