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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1865-01-01 · Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865) · p. Seite 309

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 309 (sequence 329)
Language
German
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IRI
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309 Truhe! Wie geht es denn Dir, herrlicher Karfunkel, in der weiten, weiten Welt? Hast denn Du keine Krone aus Deiner Kindheit, nicht einmal so eine armselige Truhe, wie ich eine gehabt habe? Hast Du denn nichts, gar nichts, was Dich an diese Kindheit und an uns erinnert? . . . Von mir will ich gar nicht reden, was bin ich, einem Karfunkel gegenüber? Und dennoch red' ich mir ein, Du mußt manchmal daran denken, wie Du mir verboten hast, beim Singen die Hand an die Backe - zu legen! Wenn ich aber auf Deinen Vater David Brod sehe, so thut mir mein Herz wehe! Hast Du denn gar nichts, leuchtender Karfunkel, kein Spielzeug, keinen Schlüssel, der knarrt, keine Truhe, die kracht, wenn man sie aufschließt; kein Trenderl, welches sich kreiselt, nichts, gar nichts, was Dich all ihn gemahnt? Unsere Laubhütte ist alt geworden, und wenn wir sie mit Gottes Hilfe im nächsten Jahre wieder aufrichten, muß Johannes der Zimmermeister. der in der Klostergasse wohnt, ein Paar neue Bretter hineinarbeiten. Auch David Brod ist alt geworden, aber ob Einer außer Dir im Slande ist, ihm ein Paar neue Lebensbretter zu verschaffen, das weiß ich nicht. Denk' an diese Bretter, Karfunkel . . . denn es könnte bald geschehen, daß andere Leute daran denken müssen, Leute, die mit dem „guten Orr" zu thun haben, und dann wäre es zu spät. Krank ist er nicht, nur gewaltig müde. Im Uebrigen glaub' nicht, daß ich in Deiner Kunst Dich stören will. Gott der Lebendige weiß, wie fern mir in dieser Beziehung jeder Gedanke ist. Denn wer hat immer gesagt: David Brod's Kind ist ein Wunder von Gott? Und wer hat aufgehört, seine Backe beim Singen zu halten? war das nicht Feiwelmann der Baß? Und warum hat er aufgehörl? Weil es ihm ein Kind geboten hat, auf das er mehr gehört hat, wie

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