Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 334)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2609281-2609302--5965-2613317- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
314 <ruch, daß um ihre Herkunst ein geheimnißvoller Schleier gebreitet liege, den noch Niemand zu lüften im Stande war. Einige behaupten, sie sei eines vornehmen Grafen Tochter, die aus unbezwinglicher Liebe zur Kunst sich der Bühne gewidmet hat; Andere wieder verbreiten das unglaubliche Gerücht, sie gehöre uns an, und ihr Vater sei irgendwo in Ungarn oder Polen Vorbeter einer Gemeinde." „Warum könnte das nicht sein?" fragte wieder jenes Mädchen mit dem sanften Gesichtsausdrucke. „Weil sie dann nicht Jsabella Brcdini hieße!" antwortete der verdorbene Student in einem Tone, gegen dessen Felsenhärte alle Bedenken und weiteren Fragen nutzlos abprallten. Jemand hatte lautlos, ohne daß es in der Werkstätte des Schneiders, der Triumphstätte des verdorbenen Studenten bemerkt wurde. das Zimmer verlassen. Jemand war todtenbleich aus die Gaffe getreten. . . und Keiner drin in der Stube unter Allen, die der dramatischen Vorlesung des Herr Gottlieb Weißfisch mit so ungetheilter Aufmerksamkeit folgten, ahnte, mit welcher Entdeckung in dem Innersten seiner Seele Feiwelmann der Baß davon gegangen war. Nicht eher, als bis die Sterne am Himmel standen und die Nacht vollständig hereingebrochen war. wagte es Feiwelmann Baß nach Hause zu gehen. Wie sollte er seinem Herrn und Meister entgegentreten? Wie sollte er dem ulten Manne eine Nachricht beibringen, deren bloße Umrisse vielleicht genügen würden, der schwachen Lebenskraft David Brod's verderblich zu werden? In der treuen Seele des