Mannheim
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  1. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 264

    26L und Schande. Was einen Israeliten erhebt, erhebt Alle, was einen Israeliten erniedrigt, erniedrigt Alle; Alles, Alles trifft uns gemeinschaftlich, darum sind wir Brüder, und muffen Brüder bleiben, als Brüder uns umfangen, helfen, schütz…

  2. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 265

    263 und Ungewitter. — Blicken wir noch einmal, meine geliebten Zuhörer, darauf zurück, was vor uns vorübergegangen. So groß, so reich ist Israel. Zeugen findet es überall seines Glaubens, den Himmel und die Erde, — also den einigen Gott; se…

  3. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 266

    47 '74 XUI. Zum Glücke das Leide»! Predigt zum ersten Peßachtage über Jesaias K. 38. V. 17. „Diesen Tag hat Gott gemacht, wir wollen ihn feiern mit Freudengesang!" Amen. Mit Freudengesang, Geliebte, denn heute feiern wir das Fest eines ewig…

  4. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 267

    ' L67 der Leidenden und befreit sie von dem Drucke ihres Lebens. Darum, Geliebte, mit Freudengesang — denn dieses Peßachfest, es deutet uns an, daß alles Uebel dieser Erde nur zu unserm Heile führe, und daß wir eingehen durch Kampf und Stre…

  5. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 268

    268 Lebens, friedlich und ohne Leiden seine Tage verbringt, sondern nur durch Besiegung schwerer Leiden und Kämpfe, durch schmerzliche Aufopferung lockender Wünsche, durch Niederdrückung wühlender Leidenschaften erwirbt man sich 'das Verdie…

  6. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 269

    269 Unglücks, pochet das Mißgeschick an die Pforte ihres Hauses, hören sie den Donner des Gerichts, da werden sie aufmerksamer, da regen sie sich aus dem Schlummer, da greifen sie nach dem Himmel, da eilen sie zu Gott und seiner Lehre, um s…

  7. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 270

    L70 es uns; wie viele Hindernisse haben wir zu besiegen, wie viele Kränkungen zu verschmerzen; rollen doch auch aus dem Auge des Mannes nicht selten brennende Tbränen, bevor er kommt nach seinem gelobten Lande. Und wenn er es nun inne hat, …

  8. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 271

    271 III. Das ewige Leben gab und gibt uns Gott durch Leiden. Meine Staubgenossen! So lasset uns denn jetzt wegwenden unsern Geist von dieser Erde, und aufschauen zum Jenseits. Ich blicke um mich, auf euch, und sehe Hüllen aus Staub gewoben,…

  9. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 272

    272 Leben, damit wir eingehen mit Wahrheit bekleidet, mit Erker,ntniß geschmückt in das himmlische Leben, in die Ewigkeit. Ja, dann wird ans dem ewigen Leben eine ewige Glückseligkeit, dann stehet der Tod nickt drobend vor uns, als Mehrer u…

  10. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 273

    > Mll. Das Vertrauen. Predigt zum siebenten Peßachtage über 2. B. Mos. K. 14, V. l 4-. Herr! da ich in den Jrrgängen des Lebens zum ersten Male auf abschüssige Pfade gelangte, da ich das Weh und den Druck des Lebens zum ersten Male auf mein…

  11. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 274

    274 Nicht das niederhaltende, zugleich beängstigende und erbebende Gefühl des kosest Imscli. und Xip., auch nicht das freie und fröhliche Gefühl eines Laubbütten-, eines Schluß- und Gesetzesfreudenfestes. Beides nicht. Ein ganz eigenthümlic…

  12. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 275

    275 erwecken will. Ein jedes unsrer Feste, fassen wir ste vom geistigen Standpunkte, stellt einen besondern religiösen Hauptgedanken auf und vor. Das Neujahrsfest verkündet uns das Richteramt Gottes; es ist ein Aufruf an uns: Auf! laßt uns …

  13. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 276

    276 den Tagen und Begebenheiten, die da kommen, so lange ihr euch grämet um Verluste, die ihr erlitten — so lange erkennet ihr euern Gott nicht vollständig an, und der Glaube an ihn ist nicht fest geworden in euch. — Wollet ihr daher erfahr…

  14. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 277

    277 der Regen träufelt durch, Sonnenschein und Frost finden offenen Eingang in die Borhalle - so ist auch mit nickten das Erdenleben zu ununterbrochener Freude, Luft und Behagen bestimmt, sondern es sollten eben Schmerz und Kummer, Entbehru…

  15. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 278

    278 des Lebens diesen und diesen Wechsel der Dinge erleiden laßt — das ist die Fügung Gottes oder das Schicksal. Dieses tritt nun mit größern oder geringem Hindernissen entgegen; diese Hindernisse soll er bekämpfen, bestegen oder ihnen unte…

  16. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 279

    279 tbum, der Andre nach Genuß und Wollust, der Dritte nach Ebre und Glanz; den Einen verzehrt der Neid, in dem Andern braust die Rache, den Dritten geißelt Unfriede und Zwietracht. Alle aber sollen die Leidenschaft bekämpfen, Alle sollen d…

  17. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 280

    280 hast recht, du Armer, es ist eine Nacht des Todes, in die du dich stürzest, keine Nacht des Untergangs, aber des Verderbens, keine Nacht der Vernichtung, aber der Heillostgkeit. Du Haft dich dem Strome überlassen, anstatt entgegenzuschw…

  18. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 281

    281 Leidenschaft? Den Israeliten läßt seine Religion die Lüste seines Fleisches bekämpfen von frühester Lebenszeit, kleine Begierden und große, kleine Genüsse und große. Bricht der Tod in deine Hütte, deinem Sterbenden noch ruft sie in's Oh…

  19. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 282

    282 die Wirren dieses Erdenlebens, und mit was für Waffen unsers Gottes sie zu bekämpfen sind: mit Religion und Unsterblichkeit! Wohlan! was entfließt diesen beiden, was beißen sie uns, was fordern sie von uns? Ihr habt es gehört in den wen…

  20. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 283

    283 er dich gewärmt; solltest du fürchten, du kämest nun um? Also lang' hat er dir Freuden geschenkt, und nach den Leiden das Glück, und nach der Krankheit Genesung, und in der Dürftigkeit Unterstützung, und in der Noch Hülfe, und in der Ve…