Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 292)
- Language
- German
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L70 es uns; wie viele Hindernisse haben wir zu besiegen, wie viele Kränkungen zu verschmerzen; rollen doch auch aus dem Auge des Mannes nicht selten brennende Tbränen, bevor er kommt nach seinem gelobten Lande. Und wenn er es nun inne hat, wenn er es nun besitzt, das längst Ersehnte, dann gehen durch das ganze Leben Sorgen und Aengste, es sich zu erbalten — und o, wenn er es wieder verliert, sein gelobtes Land, wie wir Israeliten verloren unser gelobtes Land, wie schwer ist dies zu ertragen, wie sehen wir schwinden unsern verdienten Lohn, den theuren Besitz, aus unsern Händen! -Jünglinge, unermüdet sei euer Streben nach ei> nem solchen gelobten Lande, nach einem ehrenvollen Ziele eures Lebens; so viele Leiden und Mühen es auch kostet, die Mühen und Leiden werden zu eurem Heile, ihr werdet immer kräftiger und stärker dadurch, und erringet es doch! Ihr Männer, die ihr gekommen seid zum Besitz eures gelobten Landes, eines ehrenvollen Standes und einer geliebten Familie, so viele Mühen und Leiden es auch kostet, es zu erhalten und zu bewahren, wanket und weichet nicht, sie gereichen zu eurem Heile, ihr lernet unterscheiden das Echte vom Unechten, das Bleibende vom Vergänglichen, das Wahre vom Falschen. Ihr aber, ihr Greise, die im späten Alter wieder verloren ihr gelobtes Land, deren Kinder und Gatten in die Gruft gestiegen vor ihnen, ja denen selbst die Bedürfnisse des Lebens schwer wird zu erwerben, grämet euch nicht zu sehr, lernet diese Erde vergessen, und an den Himmel denken, als das bessere und höhere gelobte Land, dann wird auch euch euer Leiden zum Heile. Wir Alle aber, Israeliten, die wir wieder verloren unser gelobtes Land, wir wollen nicht zagen im Vertrauen zum Herrn — haben wir nicht Alle ein Vaterland, Gottes schöne Erde? wohnet der Herr, der Allgütige, nicht überall und höret unsre Andacht? Allen, Allen rufe ich Euch zu: Siehe! zum Glücke wird uns das bittre Leiden werden!