Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 289)
- Language
- German
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' L67 der Leidenden und befreit sie von dem Drucke ihres Lebens. Darum, Geliebte, mit Freudengesang — denn dieses Peßachfest, es deutet uns an, daß alles Uebel dieser Erde nur zu unserm Heile führe, und daß wir eingehen durch Kampf und Streit zur Ruhe und zum Frieden; denn also litten unsre Voreltern in Aegypten viele Jahre, aber durch ihr Leiden errangen sie sich die Erscheinung des göttlichen Wesens auf Sinai, und den Besitz eines eigenen Landes, wo Milch und Honig floß. Und darum, meine Brüder, rufe ich euch zu mit Jesaias K. 38. V. 17. Siehe! zum Glücke ist mir das bittre Leiden geworden! So will ich denn, geliebte Gottesgemeinde, als Erklärung dieses Satzes zum Texte meines heutigen Festvortrags eine Stelle aus dem Talmud (Maßecheth Berachoth) wählen, welche zugleich im nächsten Zusammenhänge mit dem heutigen Feste stehet. Der Rabbi Simeon ben Jochai sagte: °>7! ir« Drei schöne Geschenke gab Gott Israel, aber alle drei nur durch Leiden: die göttliche Lehre, das gelobte Land und das ewige Leben. I. Die göttliche Lehre gab und gibt uns Gott durch Leiden. Vier hundert und dreißig Jahre mußten die Israeliten Sclaven sein in Aegypten, bevor sie gewürdigt wurden, die göttliche Offenbarung zu erhalten. Ja! meine Theuren, schwer ist diese Lehre geworden, und schwer wird sie noch heute; schwer ist es, sie so recht in sich aufzunehmen, und schwer, sie so recht anszuüben. Nicht der kennt die Lehre Gottes 'recht, nicht der versteht sie recht auszuüben, welcher still und ruhig, entfernt von den Verhältnissen des