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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 278

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 278 (sequence 300)
Language
German
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IRI
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278 des Lebens diesen und diesen Wechsel der Dinge erleiden laßt — das ist die Fügung Gottes oder das Schicksal. Dieses tritt nun mit größern oder geringem Hindernissen entgegen; diese Hindernisse soll er bekämpfen, bestegen oder ihnen unterliegen. Hier soll er sich bewähren, seine Kräfte prüfen und stärken, und seinen Weg mitten hindurch nehmen. O welch' bittern Streit hat er oft da zu erleiden! Ueber den einen ergehet eine dornenvolle, stürmische Jugend, vom Vater- und Mutterherzen wird er geschleudert, Mangel und Entbehrung nagen an ' ihm, Fesseln aller Art sind seinem Streben angelegt — aber hat er sich durchgekämpft, so erwartet ihn eine ruhige Lebensbahn. Der Andere durchwandert eine fröhliche, leichte Jugend; aber plötzlich geräth der Sturm über ihn, unverhofft, raubt ihm seine Freuden, zerbricht seine Stütze, daß er daniederstnkt. Den Dritten trifft das Schicksal erst, wenn sich die Sonne seines Lebens schon neigt; wenn sein Rücken schon gekrümmt ist vor Alter, lagert sich die rechte Bürde ans ihn, sein Abend ist wolkig und trübe, er legt sein graues Haupt mit Kummer in die Gruft. Ihr aber, ihr Leidenshelden, ibr, die ihr unter hartem Drucke geboren und groß geworden, an deren Schritte durch das ganze Leben sich Schmerz und Trauer, Bedrängniß und Leiden geheftet, deren ganzer Tag voll Sturm und Regen war, daß die Wolken immer wiederkehrten nach dem Regen, die die Sonne des Glücks, der Freuden nie, oder nur in wenigen Augenblicken sahen, wie werdet ihr erst sprechen von dem Schicksale, wenn ihr eure Stimme erhebet, von dem Streite, den ihr zu bestehen hattet? — Das zweite Streitelement ist die Leidenschaft. Diese, mit der Stunde des Werdens in den Menschen hineingelegt, erwacht mit ihm und wird groß mit ihm. Schon das Kind begehrt mit Leidenschaft das, was es bedarf, seine Thränen sind Zeugen deß. Auch hier sind die Einzelnen verschieden begabt. Durch die Adern des Einen rollt es sieberisch, in dem Andern ist Mäßigung und Kälte; der Eine ist leidenschaftlich nach Besitz und Eigen-

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