Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 302)
- Language
- German
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280 hast recht, du Armer, es ist eine Nacht des Todes, in die du dich stürzest, keine Nacht des Untergangs, aber des Verderbens, keine Nacht der Vernichtung, aber der Heillostgkeit. Du Haft dich dem Strome überlassen, anstatt entgegenzuschwimmen — wohl, du versinkst — dein Leben ist verloren, du gehest schlimmer, unreifer als du gekommen. — Also ist der verloren, meine Brüder, der bloß mit menschlichen Waffen den Streit seines Lebens ficht, mit menschlicher Kraft, mit menschlichem Verstände, mit menschlichem Herzen, mit menschlichem Ohre, mit Klugheit, mit List, zum Genüsse seiner Tage, zum Wohlleben. 3) Aber, meine Brüder, wenn der Schöpfer den Sterblichen in eine solche Streitwelt versetzt bat, wo er im Kampfe gegen Schicksal und Leidenschaft entweder untergehen oder die Palme des Ueberwinders erringen muß, wenn er zugleich ihm selbst zu diesem Streite nicht genügende Waffen gegeben — da kommen die Worte 27.7» 'N als rechter Trost zu uns. Der Herr wird für uns streiten! Der klügelnde Verstand, das zaghafte Herz, die irrende List, die trügerische Klugheit, die schwankende Ehre — das sind die menschlichen Waffen — der Herr aber streitet für uns, und seine Waffen heißen — Religion und Unsterblichkeit! Mit diesen streitet er für uns! Dies sind die göttlichen Waffen, die er uns in die Hände gibt, und der kleine Erdensohn wird zum Riesen des Himmels, und die Staubhülle verbirgt ein Licht, Heller als die Sterne der Nacht und die Sonne des Tages. Und wie?-Die Religion, Israeliten, die euch der Herr gegeben, die euch durch diesen Auszug aus Aegypten, den ihr heute feiert, geworden, sie erziehet euch, sie bereitet euch vor für alle Fälle des Lebens, für das ganze Leben. Entbehrung? Der Israelit hat ja zu entbehren, zu entsagen von Jugend auf, er lernt entbehren, bis es ihm leicht wird; alle seine Gesetze, alle seine Verhältnisse führen ihn darauf hin, entbehren zu können.