Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 298)
- Language
- German
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276 den Tagen und Begebenheiten, die da kommen, so lange ihr euch grämet um Verluste, die ihr erlitten — so lange erkennet ihr euern Gott nicht vollständig an, und der Glaube an ihn ist nicht fest geworden in euch. — Wollet ihr daher erfahren, geliebte Zuhörer, wie der Mensch in den Wirren dieses Lebens sich verhalten, wie er sich verhalten soll gegen seinen Gott, so vernehmet einfache, wenige Worte, die unser Peßachfest uns zuruft, Worte, die Moses sprach zu dem Volke am Ufer des rotben Meeres, da es zagte vor dem Aegypterheere hinter ihm, Worte, gering an Lauten, aber reich an Inhalt, 2. B. Mos. K. 14, V. 14. Der Ewige wird für euch streiten — ihr aber schweiget. I. Geliebte Zuhörer! Wollen wir, wie es Noth thut, erstens zum Verständniß der ersten Halste unseres Textes kommen, II') : so müssen wir eine dreifache Frage auswersen: Welchen Streit hat der Mensch zu streiten? Wie streitet er ihn? Wie streitet ihn Gott für uns? 1) Welchen Streit hat der Mensch zu streiten? — Diejenigen unter euch, theure Zubörer, die da meinen, der Mensch sei zur Freude, sei zum Genüsse des Daseins geschaffen, wie irren diese! Wohl weiß auch ich, daß der Mensch alle seine Tage nach Wohlbehagen und Lust, nach Glück, wie er es nennt, strebt und eifert. Das will der Mensch. Anders wollte und will.es Gott. Wenn es wahr ist, und wahrlich! es ist wahr, was unsre Weisen sagen, daß dieses irdische Leben mur eine Vorhalle zum Palaste des Jenseits ist — eine Vorhalle ist kein Prachtsaal, kein wohnliches Zimmer, eine Vorhalle ist kein Lustgarten, kein Blüthenhain, eine Vorhalle ist ohne Pforte und Mauer, der Wind pfeift hinein,