Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 290)
- Language
- German
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268 Lebens, friedlich und ohne Leiden seine Tage verbringt, sondern nur durch Besiegung schwerer Leiden und Kämpfe, durch schmerzliche Aufopferung lockender Wünsche, durch Niederdrückung wühlender Leidenschaften erwirbt man sich 'das Verdienst, die göttliche Lehre recht zu verstehen und zu üben. Darum ist es aber auch der Trost derer, welche leiden, und in diesem Leiden sich als standhafte und gottvertraute Männer erweisen, immer näher der Lehre Gottes und Gott selbst zu kommen, und immer würdiger und inniger dieses erste herrliche Geschenk des Herrn zu empfangen. Meine Freunde! Viele leiden auf dieser Erde, Viele müben sich ab in diesem Leben, sie wissen nicht warum. Ist es blos, diesen Mund zu füllen, diesen Körper zu bekleiden, diese Sinne zu reizen? Ist es blos, seine Jahre hinzubringen in Genüssen, für den Augenblick geschaffen, im Augenblick vorüber? O, dann rinnen die Tropfen Schweißes vergebens von eurer Stirn, ihr grabet nur schneller an einer Gruft für euren Leib, ihr verwandelt nur früher euer Haar in Grau! Lasset ab! euer Mühen ist vergebens, euer Gewinn trügerisch, euer Erwerb irdisch und schwindend. Nein! nur die arbeiten und leiden würdig und recht, die da arbeiten und leiden für die göttliche Lehre, um die göttliche Lehre, nach der göttlichen ' Lehre, und gemäß der göttlichen Lehre; die da ihren Geist immer mehr erweitern und läutern, ihr Gemüth reinigen und veredeln, ihre Gefühle sanfter, friedlicher und heiliger machen, die da immer mehr entfernen die Schlacken der irdischen Lust und der irdischen Begierde aus ihrem Herzen, die sich immer mehr füllen mit dem Gedanken Gottes und dem Gedanken der Rechtlichkeit, der wahren Ebre und Frömmigkeit, nur diese mühen sich und leiden nicht vergebens. Von der andern Seite, meine Brüder, trifft es sich häufig, daß die Menschen, so lange sie im Glücke sind, auf sich selbst vertrauen, ihrem Wohlgefallen nachgehen und hinbringen ihre Tage ohne Werth, ohne Tugend, ohne Anhänglichkeit an Gott und seine ewige Lehre. Aber kommet die Stunde des