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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 283

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 283 (sequence 305)
Language
German
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IRI
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283 er dich gewärmt; solltest du fürchten, du kämest nun um? Also lang' hat er dir Freuden geschenkt, und nach den Leiden das Glück, und nach der Krankheit Genesung, und in der Dürftigkeit Unterstützung, und in der Noch Hülfe, und in der Verirrung Licht; solltest du meinen, er verleih' es dir nicht ferner, vorüber sei alles Glück, untergegangen dein Licht? — Wir sollen schweigen! Wann schweigen wir, meine Brüder? Wenn der Mensch bewundert, schweigt er. So wollen wir bewundern den, der die Erde kleidet mit Grün im Frühling, der die Saat schicket im Sommer, der die Frucht reifet im Herbste, und schweigen. Wenn der Mensch nichts zu erwiedern hat, schweigt er. Haben wir etwas zu .erwiedern, wenn die Religion spricht (Hosea): ^2 1^82^1 denn er verwundet, und heilt uns wieder, schlägt, und verbindet uns! Wir müssen schweigen. Wenn der Mensch sich getroffen fühlt, so schweigt er. Fühlen wir uns nicht getroffen, wenn der heilige Sänger spricht: W128 p 2"!8 512 '7. Ewiger, was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest, des Menschen Sohn, daß du sein achtest? Wir müssen schweigen. O, wir Sterblichen sind schwache Geschöpfe: Deine Barmherzigkeit ^2128 2^-p22 2^llNN neu ist sie alle Morgen, und groß ist deine Treue, das wissen wir, und dennoch vertrauen wir ihr nicht, sondern find unwillig, wenn der Weg des Lebens uneben ist und schwierig. Wer zur Spitze des Berges will, muß ihn erklimmen, in der Niederung geht's abschüssig. In der Höhe wohnt Gott, meine Brüder, und im Lichte, wir aber in der Tiefe und Dunkelheit der Erde. Die Erde aber ruft nicht empor: gib mir Licht! sondern sie harret im Schweigen der Nacht, bis er den Tag sendet. O so wollen auch wir nicht rufen: Gib uns Glück, gib uns Wohlbehagen, gib uns Lust, sondern schweigend harren, was er uns gibt. Einstweilen aber wollen wir zur Hand nehmen seine glänzenden Waffen: Religion und Unsterblichkeit; wir wollen sie

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