Mannheim
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  1. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 76

    76 Damm ihre Abenteuer in einfach plumper Weise; mn Rode machte eine edlere Ausnahme — wie zart, wir fein war fein Gespräch mit Bertha, der er gegenüber faß und deren schöne Erscheinung seine Blicke verschlangen. Emst Rode war einer der gei…

  2. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 77

    דד schüft junger Mädchen!" sagte Rode eben. ״Diese schelmischen Augen dort, diese finnigen hier, diese Rosen auf den Wangen, diese Lilien auf Arm und Nacken, jede eine Knospe voller Hoffnung für die Zukunst, jede so ganz das schöne, liebevo…

  3. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 78

    78 ״Ich liebe Alles, was schön ist" sagte Ernst, nicht auf die Rose, sondern auf Bertha blickend. Eie hob die langen Wimpern und schaute ihm tief und voll in die leuchtenden Augen. ״Da", sagte sie plötzlich und hielt ihm die Rose entgegen, …

  4. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 79

    9ד Unwillkührlich und unbeachtet war Rode mit Bertha ein wenig zurückgeblieben — sie traten in einen der Seitengänge des Gartens. Bertha war heftig erregt, es wogte stürmisch in ihr. DaS langverhaltene Jnteresie für Ernst, deffen Liebe fie …

  5. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 80

    80-- sie mußten auf der entgegengesetzten Seite des großen Gartens sein — eine Nachtigall aber schlug melodisch ein Lied, und aus dem purpurnen, sternbesäeten Himmel glänzte HeSperuS über das liebeglückliche Paar. -— Der Ball bei Baron Wing…

  6. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 81

    9t da- Menschenherz so klein, daß eine Empfindung, um darin zu wohnen, die andere verdrängen muß?" Und trüber und trüber wurde eS in seiner Seele, längst vergeffene Bilder traten vor fie hin; im Gewirr« de- Lebens, wo eine Erscheinung die a…

  7. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 82

    נ8 lingS, eine heilige Zeit der Dämmerung und des sehnsüchtigen Lräumens — diese Stunden find die der Geburt unseres geistigen Menschen. In diesen Stunden werden die Bücher unseres Schicksals angelegt, in ihnen öffnen fich feierlich und sch…

  8. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 83

    » tmb kehrte nach Jahren erst wieder — nicht mehr nnter dem alten Namen seiner Familie, er hatte den «mgenommm, unter dem wir ihn bereits kennen.' Er war kalt genug, den Umgang mit seiner Familie zu entsagen, und übertäubte die Borwürfe, di…

  9. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 84

    Oft machte. Ein eigenthümlicheS Sehnen erfaßte ihn nach Mathilden, Onkel, Vater und Mutter, und jenes Gefühl, das selbst den seinem Glauben am meisten entfremdete« Juden nie verläßt, beschlich ihn — die Sehnsucht nach Gleichdenkenden, gleic…

  10. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 85

    « ihn auf das Sommerschloß ihres Vaters, wo sie heute allein sein und ihn erwarten wollte. In stürmischem Entzücken preßte es Ernst an seine Lippen — der Brief Mathilden'- blieb unbeantwortet. -- III. , Monate waren seitdem vergangen, der W…

  11. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 86

    8S die, welche im ewigen Schlafe dort ruhen. Bertha und ihre Freunde hatten lange schon sich gelehnt, denselben kennen zu lernen, und wollten ihre Neugier heute stillen. Ernst sollte mit von der Partie sein, und konnte es nicht abschlagen; …

  12. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 87

    91 bleich, die Adern waren aufgeschwollen, er mußte mächtig erregt sein. Ernst entgegnet« nichts. Jetzt erhob sich der Alte, er hatte die feine Gesellschüft bemerkt, sein Auge ruhte fest auf Ernst, besten Erregung stieg. Bertha sah ängstlic…

  13. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 88

    8» Jetzt erst sah der Greis die Begleiterin Ernst's- ״Auch sie gehört zu denen I" flüsterte ihm eine innere Stimme zu, ״um derentwillen er uns verließ; sie haben seinen reinen Sinn bethört, und er stößt uns zurück." ״WaS wollen Sie?" fuhr B…

  14. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 89

    89 ., •rjtn«« י:׳ •i. - ׳**״• , “י׳•*, גי׳יי seiner erlösten Gefühle ihn an sein Herz gezogen, und Stirne und Wangen, mit- Äöffen bedeckten •••׳< ׳ ־ Lvb duldete seine heißen GebeSbezeiguttgen'.^abgewandt jedoch, denn er. durfte ihm 'ja den…

  15. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 90

    90 Trust'- Herz. Das Leben schien ihn! ein dunipfer ber ängstigender Traum.! - ״Und Mathilde?'s frug er Onkel Löb. ^,Du hast ihr Herz gebrochen.". Siegi)1g«U schweigend eine Weile neben einander. Und wieder gedachte Ernst Bertha's, jenes Ab…

  16. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 91

    das Herz für die Seinen verlor. — Er schied von Ernst mit gebrochenem Herzen. Schon drei Stunden nach jener Scene auf dem Fried- Hofe fuhr Onkel Löb in feine Heimath zurück, er hatte die trostlose Ueberzeugung gewonnm, daß sein Bruder und d…

  17. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 92

    92 *9 des wilden Schmerzes eine schwermuthSvolle Traun -etr§ty». 1* - זי•").■ •n׳••׳ '.־׳ז״i **־*. ■׳־« Sr klopfte. — Ein'Dirner trat ihm entgegen: ״Dar Fräulein ist für Ei« nMnzu sprechen." :״1« ׳״.!.׳׳׳ f '׳י■ י ׳י־?■ Ernst lächette; ׳ er…

  18. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 93

    in unsere Gesellschaft gestohlen, wir vergeben Ihnen das -ber-lafseü Sie 'nie At ■WUfcfc״ ■״■־”״■ ־־״ ,; r>i "י Ernst zuckte lebhaft zusammen')' seine Zornesader schwoll ־*־ daS war zu viel" ßer^ Schmach. 'Er ballte drehend seine Faust, Mer…

  19. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 94

    .r. 94 gleichen Refrain ertönen. Wie einsam er sich fühve wie verlassen er war, allein, allein aus dieser Erde! Jetzt liebte ihn niemand mehr, die Seinen hat er verlassen und die, für die er er gethan, stieß ihn zurück mit rauher Hand. Vere…

  20. 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 95

    95 lied, mit welchem ihm die verstorbene Mutter tu den Schlaf gesungen. ' . Ja, es waren wieder dieselben weichen Töne; und' als er wieder eine Weile gelauscht, da Meinte er auch Morte zu vernehmen, nur waren sie anders als die, welche dama…