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Jeschurun · 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 79

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
Fünfter Jahrgang (1865/66)
Issue
Beilage zum Jeschurun (1865)
Date
1866-01-01
Page
Seite 79 (sequence 81)
Language
Hebrew
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9ד Unwillkührlich und unbeachtet war Rode mit Bertha ein wenig zurückgeblieben — sie traten in einen der Seitengänge des Gartens. Bertha war heftig erregt, es wogte stürmisch in ihr. DaS langverhaltene Jnteresie für Ernst, deffen Liebe fie ahnte, wurde immer größer, es mußte bei dem leidenfchaftlichen Mädchen , zu mächtigen: Ausbruche kommen; er fühlte ihren weichen Arm fester den seinen umfangen, eine unwiderstehliche Gewalt führte sie zusammen. Und auch Rode wurde leidenschaftlicher, er vergaß den Abstand des Bürgerlichen und der Adeligen, in seine Reden mischten sich zärtliche, liebevolle und feurige Worte; er fiel vor ihr nieder, umfaßte ihre Knie, drückte sein glühendes Gesicht in ihren Schooß, er küßte ihr Gewand, ihre Hände. ״O Bertha, süße, holde Bertha! Stoßen Sie mich nicht zurück, lieben — lieben Sie mich! Mein Blut, mein Leben, meine Seele sind ja Jhrl" — Eie ergriff seinen Kopf und küßte ihn innig auf Stirn,?lugen und Mund. Dann aber raffte sie sich empor, und wie von Dämonen verfolgt, lief sie tiefer in den Tarten hinein, überwältigt von ihrem Gefühle brach fie an einer Gartenbank zusammen. Ernst fing sie in seinen Armen auf, er bedeckte ihre kalten Hände, ihre bebenden Lippen mit glühenden Küsten. Sie richtete sich halb empor und ihre Augen mit dm Ausdruck unendlicher Liebe auf ihn heftend, sagte fie leise — leise und fest: ״Ernst, höre mich an! Liebst Du mich jetzt in diesem Augenblick, so wie Du glaubst,- daß Du «in Weib auf Erden lieben kannst?" ״Ja, Bertha!" --״Nnn denn, Ernst! So liebe ich Dich — jetzt und sür und für." — Der wüßte Lärm der Gesellschaft war verklungen,

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