Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 83)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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9t da- Menschenherz so klein, daß eine Empfindung, um darin zu wohnen, die andere verdrängen muß?" Und trüber und trüber wurde eS in seiner Seele, längst vergeffene Bilder traten vor fie hin; im Gewirr« de- Lebens, wo eine Erscheinung die andere verdrängt, n» wir in der tyranischen Gewalt des Augenblickes stehen, Alles. Alles vergesse», waren sie ihm entschwunden. — Das bleiche Bild, das er jetzt gesehen, rief die Erinnerung an seine Kindheit wach; und wie er die Rose anstarrte, die er Bertha früher genommen, sah er sich in seines Geistes Auge wieder in einem keinen Tarten eines Städtchens; er spielte mit Steinchen, di« er auf dem Schooße einer jungen Frau sammelte, die ihm jedesmal so lieb die braunen Locken streichelte und mit jener Geduld, die nur eine Mutter hat, nicht müde war, alle seine Fragen zu beantworten, und dann kam sein Vater und spielte mit ihm; und wenn die Mutter sein Haupt stürmisch-an die Brust gedrückt, so drohte er scherzhaft mit den» Finger und sagte: Du verdirbst ihn ja wie sein Onkel Lob- Das Bild'zerfloß, aber Ernst war aufgesprungen. ,Konnte ich denn anders?" rief er. ״Ihr habt mich ja zurückgestoßen, nicht ich Euch I" Und er schüttelte trotzig da- Haupt, daß die Thränen, die sich aus seinen Angen stahlen, zur Erde fielen, als wollte er die Bilder, die ihn an die Tage seiner Jugend erinnerten, gewaltsam ץ verscheuchen.- Der Leser hat nun vielleicht iu Ernst Rode den jungen Bergheim erkannt, der zehn Jahre bereits fern von seiner Heimath lebte, hier aber nur unter seinem , ׳ Schriftstellern amen bekannt war. Schon damals, als n von seinen Eltern Abschied nahm, ging ihm die Mahnung für seinen künftigen Beruf auf. ES gibt eine SchwärmzeU im Gemüthe deS Jüug- Beilage XI