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Jeschurun · 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 76

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
Fünfter Jahrgang (1865/66)
Issue
Beilage zum Jeschurun (1865)
Date
1866-01-01
Page
Seite 76 (sequence 78)
Language
Hebrew
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76 Damm ihre Abenteuer in einfach plumper Weise; mn Rode machte eine edlere Ausnahme — wie zart, wir fein war fein Gespräch mit Bertha, der er gegenüber faß und deren schöne Erscheinung seine Blicke verschlangen. Emst Rode war einer der geistvollsten Schriftsteller der Residenz; als Redacteur des VolkSblatteS, des gelesensten, einflußreichsten JournaleS desselben, hatte er sich rasch einen Namen gemacht, und galt für den tüchtigsten Publizisten Berlins. Nicht umsonst war der Baron von Wingen, einer der wenigen liberalen Adeligen des Landes, so freundlich und zuvorkommend gegen den jungen Journalisten, er dankte sein Portefeuille theilweise den Bestrebungen des Volksblattes, das, mächtig für ihn Partei ergreifend, ihm eine seltene Popularität erringen half, welche dann allerhöchsten Ortes zwang, den Baron in den Ministerrath zu berufen. Rode war, wenn auch nicht das, was man einen schönen Mann nennt, von der Mutter Natnr nichts we- Niger als stiefmütterlich ausgestattet, und die gute Gesellschaft, in der er sich stets bewegte, hatte die natürliche Grazie seiner Maniern noch erhöht. Die Damen hingen an seinem Munde, der so geistvoll zu plaudern, ihnen so viel Schönes zu sagen wußte, und doch waren alle seine Huldigungen nur der Königin unter diesem jungen Volke, Bertha, gewidmet, die lange schon für den geistvollen Journalisten Interesse fühlte, und der es sehr zu schmeicheln schien, wenn, was über Tische mehr als einmal geschah, Rode'S Blicke den ihren begegneten; und doch senkte sie jedeSmal die Wimpern vor einem Augenpaar, das bei aller Unbefangenheit so beredt und forschend blicken konnte. Sie schwatzten scheinbar unbefangen über allerlei gleichgiltige Dinge. ״Oh, eS geht nichts über den Eindruck einer Gesell-

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