Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 90)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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8» Jetzt erst sah der Greis die Begleiterin Ernst's- ״Auch sie gehört zu denen I" flüsterte ihm eine innere Stimme zu, ״um derentwillen er uns verließ; sie haben seinen reinen Sinn bethört, und er stößt uns zurück." ״WaS wollen Sie?" fuhr Bertha mit Härte jetzt fort; ״wir kamen hieher, um diesen Friedhof zu beluchen; ist daS nicht gestattet? oder haben Eie sonst ein Recht auf diesen Herrn? — Wiel" — Die Wirkung dieser einschneidenden Rede war auf die beiden Männer, die sich gcgenüberstanden, die verletzendste. Dar dritte Wesen, das sich so gewaltsam zwischen ihre Lebensfäden warf, hatte sie wieder verbunden. Jetzt zuckte es in ihren Nerven wie mit einem Schlage, sie handelten übereinstimmend, sie. wußten nicht, wie- ״Bertha I" rief Ernst innig bittend. Der Alte aber trat entschloffen vor, ergriff den rechten Arm des MäbchenS und ries feierlich: ״Mädchen, ich betrachte in diesem Augenblicke die Engelszüge der Mutter dieses Armen, sie flüstern mir 511: diese hier führte der Irrweg zum Herzen meines Sohnes, der vom namenlosen Drang des Ehrgeizes verführt, seine Familie, die ihn über alle! liebte, vergaß und sie opferte, wie er seinen Glauben hinwarf um ein Nichts I" ״Halte einl" rief jetzt Ernst mit markerschütternder Stimme. Bertha hatte dem Greise eine» wüthenden Blick zugeworfen, dann nahm sie den Arm eines ihrer Begleiter, und verließ raschen Schrittes den Ort der ihr unerquicklichen Scene. Ernst lag, zum Himmel ausblickend, in Onkel Löb'S Armen. Er warf sich auf ihn. wie befreit von Harpienkrallen zugestürzt, hatte in stürmischer Ueberwallung