Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 92)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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90 Trust'- Herz. Das Leben schien ihn! ein dunipfer ber ängstigender Traum.! - ״Und Mathilde?'s frug er Onkel Löb. ^,Du hast ihr Herz gebrochen.". Siegi)1g«U schweigend eine Weile neben einander. Und wieder gedachte Ernst Bertha's, jenes Abends, wo er ihr schwor, kein Weib zu lieben wie ste — seit jenem Abende war ejne. neue Well für ihn emporgeblüht, eine paradiesische, Welt von Liebe und Sonnenschein; und jetzt war es ihm, als versänke ihm auch diese Welt unter den. Wffen — und das Glück — die Seinen lagen weit,׳ unerreichbar weit von ihm. Konnte er zu ihnen zurückkehren, ohne sich stets nach Bertha zurückzusehnen, die sein Herz so ganz erfüllte, und die dennoch nie die Seine werden konnte I Onkel Löb sah bis in sein Innerstes, er beschwichtigte, er tröstete ihn; doch vergebens. — Wieder zogen die köstlichen Bilder der Stunden, die er mit Bertha verlebt, vor seiner Seele vorüber; wie eine Sturmfluth von Seligkeit überkam ihn die Erinnerung an ihren Liebreiz, ihre Güte, ihre holde Rede — und vor diesem wonnigen Traum sank die Wirklichkeit in Nichts. ״Vergieb mir, Onkel, vergieb mir" stöhnte er, ״ich kann nicht zu Euch wiederkehren I" — Er sah,, wie schmerzlich es um Onkel Löb'S Lippen zuckte, er sah, welch' rührende Klage aus seinen Augen sprach — aber sein Herz war verschloffen, es zog ihn zu Bertha,; die er versöhnen wollte, deren rasches Entfernen ihn! beängstigte. Mit dumpfem Schmerze nahm Onkel Löb die letzten Worte,Ernst'- auf, er litt unsäglich; denn er erkannte, daß der Neffe, den er so über alles geliebt, anders geworden, als er es gedacht«, ihre Gefühle harmonirten nicht mehr; ihm schien, daß Ernst mit dem Glaube» auch