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Jeschurun · 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
Fünfter Jahrgang (1865/66)
Issue
Beilage zum Jeschurun (1865)
Date
1866-01-01
Page
Seite 82 (sequence 84)
Language
Hebrew
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נ8 lingS, eine heilige Zeit der Dämmerung und des sehnsüchtigen Lräumens — diese Stunden find die der Geburt unseres geistigen Menschen. In diesen Stunden werden die Bücher unseres Schicksals angelegt, in ihnen öffnen fich feierlich und schwer diese großen, leeren BlStter, auf welche unser Schutzgeist das Größte, Erhabenste, Glücklichste schreiben möchte, wenn nur nicht die starken Dämonen unserer Leidenschaft ihn von dem Buche hinwegdrängten, ihm die Feder aus der Hand riffen und thörichte Hieroglyphen oft hineinzeichneten, von denen wir uns in unseren späteren Tagen verhüllten Antlitzes wegwenden. In einer solchen Dämmerstunde, wo wir nichts sind als Gefühl, nichts wollen als die liebende Umarmung des Alls, nichts fürchten, und wäre es die eigene Vernichtung; da ergriff es auch den zwanzigjährigen Jüngling,' der über ein Jahr schon an der Hochschule gewesen, dem Willen seiner Eltern zu trotzen und Schriftsteller zu werden! — Sein Hang hiezu siegte über die Liebe zu seinen Eltern: denn sein Vater, der sonst so harmlose kindliche Mann, wollte um keinen Preis die Neigung des Sohnes gewähren, er wollte durchaus, daß er Kaufmann werde; vergebens war Bitten und Flehen. Hartnäckig wurde die Erfüllung verweigert. Der Fluch des Menschen ist sehr oft, nicht im Stande zu sein, Situationen zu beherrschen; statt daß Ernst seinen Vater durch freundliches Entgegenkommen hätte gewinnen sollen, reizte er ihn durch Härte und Schroffheit nur noch mehr; Vater und Sohn, wurden immer mehr ent׳- fremdet, und als Ernst die Universität absolvirte, war er mit seiner Familie ganz zerklüftet. Nur eines verband ihn noch mit ihr — der Glaube, an dem er wev nigsten» scheinbar noch hielt. Er verließ die Residenz

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