Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 80)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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78 ״Ich liebe Alles, was schön ist" sagte Ernst, nicht auf die Rose, sondern auf Bertha blickend. Eie hob die langen Wimpern und schaute ihm tief und voll in die leuchtenden Augen. ״Da", sagte sie plötzlich und hielt ihm die Rose entgegen, als ob er ihren Dust cinathmen sollte; er aber fühlte nur, wie sich die schlanken Finger BerthäS leicht wie ein Hauch auf seine Lippen legten.- ״Der Humor bringt mich auf einen humoristischen Einfall" lallte Baron Barnen, ״verlassen wir den schwülen Salon und promeniren wir ein wenig im Garten. ״Bravo, bravo!" rief es jetzt fast einstimmig, und in wenigen Minuten hatten sich die Paare geordnet. Rode hatte galant Bertha's Arm genommen. - Wie schön sie war — sie war eine KnoSpe, die zu einer wundervollen Rose aufblühen mußte! Warum konnte er nicht den ersten Blick in dieses schwellende KnoSpenleben thun, sich nicht zuerst an dem Duste dieser frischen Blume berauschen? Sie waren in den Garten getreten — beide schwiegen. Ein stilles nächtliches Naturbild lag vor ihnen- Würziger Blumenduft erfüllte die warme thaulose L»st, Glühwürmchen irrten wie leuchtende Sterne durch das Dunkel. Im blauen Mondlicht, das wie Phosphor um die alten Eichenstämme leuchtete, glühte im Wiederschein der herrliche Palast Wingen. Es war ein Stillleben von den Sternen an bis zu den in! Grase ausfliegenden Insekten, von dem fernen Brausen einer sich zur Ruhe begebenden Dampfesse bis zu der Pappel, in deren Zweigen es leise rauschte, als flüsterten sich ihre 'Blättdr allerlei zu, was die tobende und lärmende Gefeilschest, die lachend und kosend da einherschritt, betras.—