Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 100)
- Language
- German
- Belongs to
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80 wenigen Monaten, das sich gewiß nicht selbst helfen kann. Das Essen mußte man mir in den Mund stecken. Die ersten 8—9 Tage konnte ich gar nichts essen. — So ging es nun bis Dinstag, 5. Ab. — Man hatte allerlei Gerüchte verbreitet, als man wolle uns nochmals zur Tortur bringen und dergleichen. Es kam indeß Befehl von der Schloßwacht, der Schlüssel von dem Bogen solle Abends um 9 Uhr in die Wacht heruntergebracht werden, und so oft der Posten aufzieht, soll der Gefreite den Schlüssel mit herunter nehmen. Niemand von unserer Bedienung solle hinauf oder herunter gelassen werden, wer oben sei, solle oben bleiben; neben der Schildwache solle kein Stuhl stehen, damit sie sich nicht setzen und einschlafen könne. Freitag, 8 Ab zu Mittage kam Ordre, es solle Niemand oben sein, das Essen solle uns durch die Schildwache gereicht werden. *Am Sabbath früh war Sekretär Knolle heraufgeschickt und ward angeordnet, daß bei jedem von uns 2 Personen sein mögen, auch die Frauen wieder Zutritt haben. Am Abend kamen wieder die Köchin und Moses, und blieben oben. Sonntag ward meine Frau zugelassen. Am Montag darauf berichtete die Kanzelei alles das nach Celle. Ihr Bericht ging aber erst Donnerstag ab. Mittlerweile sandten wir eine Vorstellung nach Celle. So blieb es vorläufig. Am Freitag erhob aber der Gewaltiger ein gewaltiges Geschrei, schlug den Moses und wollte auch mich schlagen, da sprang die Schildwache dazwischen. Der Gewaltiger. wurde verhaftet, und denselben Mittag eingeschlossen. Er kam indeß Abends wieder los; aber folgenden Tags brachte gegen Abend Adjutant Zecker Befehl, daß der Gewaltiger nicht wieder allein zu uns gehen dürfe, sondern stets von einem Unteroffizier begleitet, damit es keine Händel gebe. — Dinstag, 19. Ab Abends, als ich mit meiner Frau gegessen hatte, kam Adjutant Vogt mit zwei Unteroffizieren um 8 Uhr, mit dem Befehl, Niemanden zu uns zu lassen; das Essen solle