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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 105

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 105)
Language
German
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86 Mittel zu entdecken, und wo er sie fand, da war Einziehung ihres oft sehr bedeutenden Vermögens, Marter und jammervoller Tod ihr sicheres Loos. Mit dem Regierungsantritte des dritten Philipp erneuerte auch die Inquisition, nachdem sie in Portugal mehrere Jahre keine Opfer gefordert hatte, ihre fluchwürdige Thätigkeit mit verdoppelter Kraft. In Gegenwart des Regenten wurden am dritten August 1601 zwei Frauen und fünf Männer, von denen der eine der Klosterbruder Diego de la Asseneion war, als geheime Juden in der Hauptstadt Portugal's öffentlich verbrannt *). Es war dieses gewissermaßen ein Vorspiel zu dem großen Auto-da-f6, welches am sechszehnten Januar 1605 auf dem Marktplatze zu Lissabon abgehalten wurde. Hundert und fünfzig Personen, Männer und Frauen, erschienen im Büßergewande, sie bekannten ihre Schuld und gestanden nach dem jüdischen Gesetze gelebt zu haben. Der gütige Regent nahm sich der unglücklichen Dulder an: gegen Erlegung der enormen Summe von einer Million Goldgulden, 800000 Ducaten und 500000 Eruzaden — so viel allein für die mildherzige Majestät —, und anderer 100000 Cruzaden für die geistlichen Minister, bewirkte er ihnen päpstlichen Ablaß und somit Erhaltung des Lebens 1 2). Ihres Vermögens und durch die Marteranstalt ihrer Gesundheit beraubt, zogen die Meisten, wenn nicht Alle, die bei diesem Auto öffentlich zur Schau gestellt, und viele Andere, welche ein gleiches Schicksal fürchteten, arm und bloß, wie sie waren, mit Weib und Kind fort; sie schlugen den Weg nach Holland, nach Amsterdam ein, das den Flüchtlingen seit etwa zwanzig Jahren die Thore gastlich geöffnet hatte. 1) Vergl. mein Sephardim, Romanische Poesien der Juden in Spanien (Leipzig 1859), 176 ff. u. Note 193. 2) Historia da Inquisicäo (Lisboa 1834), 261.

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