Mannheim
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19261929
  1. 1926-01-01 · Heft 1 · page 21

    Maske, Aufbau ohne jede Realität; er ist, er bedeutet etwas anderes als einen lebenden Menschen. Ein Dämon ist in einen zufälligen stofflichen Plunder gefahren, den er wie eine Puppe handhabt, ohne eine andere Beziehung zu ihm zu besitzen, …

  2. 1926-01-01 · Heft 1 · page 22

    allgemeine Ablehnung überdies noch zur Schuld gestempelt. So mußte von unerfahrenen Schultern eine doppelte Last getragen werden. Nochmals: was ist es, das so gewaltsam in ein intaktes Leben einbricht und ihm von innen her mit unzweifelhaft…

  3. 1926-01-01 · Heft 1 · page 23

    reißt? Liegt die jugendliche Todlust demnach auf derselben Linie, wie die Absage der Gnosis an die Vermengung von Geist und Stoff? Kommt sie aus einem Reinbleibenwollen des Geistes, der die Tatsache der Schöpfung nicht anerkennen kann, weil…

  4. 1926-01-01 · Heft 1 · page 24

    draußen fiel gerade auf das Glas. Ich sah das Licht durch die geschliffene Wandung und das Wasser gehen. Ich sah die zahllosen Brechungen, die farbigen Linien, die vielfach abgestuften Schatten und Lichter auf dem Tischtuch. Angesichts der …

  5. 1926-01-01 · Heft 1 · page 25

    der Geist überhaupt noch ein Gefühl für seinen Wert hat, kann es sich nur in der Vernichtung, also auf radikal ,,böse" Weise, betätigen. Es sei denn, daß das Nichtverstehen der Verbindung hintennach noch beseitigt würde. Die Frage ist, wie …

  6. 1926-01-01 · Heft 1 · page 26

    tung, sondern darin, daß der Geist diese Verknotung nicht versteht. Als Ursache dieses Nichtverstehens ergab sich dann die Intransigenz, das schroffe Selbstgenügen, das der Geist sogleich bei seinem Erwachen im jungen Menschen zeigt. Aber d…

  7. 1926-01-01 · Heft 1 · page 27

    Ernste stand? Er ist nichts als das nach oben projizierte Rebellentum. So wenig die Abtrünnigkeit des Menschengeistes eine Fiktion ist, so sehr ist dieser nicht liebende, nicht schaffende, sich sparende Gesamtgeist eine Fiktion, die das Unt…

  8. 1926-01-01 · Heft 1 · page 28

    geben an Gott wandte und im übrigen alle Arten des Aufschwungs, der Weltliebe, der Verehrung ertrug) sehr störend war, obwohl sie vielleicht schuld daran ist, daß mir lange Zeit das plastische, als Gebet geformte Reden mit Gott fremd gebheb…

  9. 1926-01-01 · Heft 1 · page 29

    zutun und zu erhalten. Aber da er das Ich unerschüttert ließ, blieben auch die Kräfte frei, die auf eine Überwindung dieser Gottferne hinarbeiten konnten; ihnen zeigte der Dämon geradezu die Aufgabe, die ihrer harrte. Sein Poltern und Lärme…

  10. 1926-01-01 · Heft 1 · page 30

    regung nach oben hin schon für Verdienst und Vortreffliehkeit nahm. Wenn Faust in der zitierten Studierzimmerszene sagt: Es reget sich die Menschenliebe, Die Liebe Gottes regt sich nun - dann wird der im Pudel verborgene Hausteufel unruhig.…

  11. 1926-01-01 · Heft 1 · page 31

    MARTIN BUBER REDE ÜBER DAS ERZIEHERISCHE (Nach einer auf der III. Internationalen Pädagogischen Konferenz in Heidelberg gesprochenen…

  12. 1926-01-01 · Heft 1 · page 32

    werden von den unvorhersehbaren Entscheidungen der werdenden Geschlechter mitgeprägt. Unabineßbar ist der Anteil jedes heute Lebenden, heute Erwachsenden, heute noch Kindhaften daran, gar unabmeßbar der unsere, wenn wir Erzieher sind. Taten…

  13. 1926-01-01 · Heft 1 · page 33

    wird, als etwas, was allen Menschen, allen Menschenkindern in irgendeinem Maße innewohne und eben nur der rechten Ausbildung bedürfe. Die Kunst ist dann nur der Bezirk, in dem sich eine allen gemeinsame Fakultät der Hervorbringung vollendet…

  14. 1926-01-01 · Heft 1 · page 34

    kommenden Fetzen, und nun dauert es nicht mehr lang, bis es, immer noch durch Zerreißen, bestimmte Gestalten hervorzubringen sucht. Es ist wichtig, den Urhebertrieb in seiner Selbständigkeit und Unableitbarkeit zu erkennen. Die heutige Psyc…

  15. 1926-01-01 · Heft 1 · page 35

    zusingen verstehen; mehr noch - wie aus dumpfen, ummauerten Einsamkeiten sich eine in Zu- und Gegenblick bekundete Werkgemeinde fügte: das scheint uns unanzweifelbar zu erweisen, welche Fruchtbarkeit nicht allein, welche in den ganzen Besta…

  16. 1926-01-01 · Heft 1 · page 36

    vom namenlosen Empfänger, wird ihm nicht kund. Nur wenn ihn jemand an der Hand faßt, nicht als einen „Schöpfer", sondern als eine in der Welt verlorene Mitkreatur, um ihm jenseits der Künste Gefährte, Freund, Liebender zu sein, wird er der …

  17. 1926-01-01 · Heft 1 · page 37

    sinnigem oder verzweifeltem Gemütszustand fertigbrachte. Der Lehrer der freien Schule stellt etwa einen Ginsterzweig in einem Bauernkrug auf den Tisch und läßt das nachzeichnen; oder er stellt ihn auf den Tisch, heißt ihn anschauen, tut ihn…

  18. 1926-01-01 · Heft 1 · page 38

    wir Erziehung nennen, die gewußte und gewollte, bedeutet Auslese der wirkenden Welt durch den Menschen; bedeutet, einer Auslese der Welt, gesammelt und dargelegt im Erzieher, die entscheidende Wirkungsmacht verleihen. Herausgehegt ist das e…

  19. 1926-01-01 · Heft 1 · page 39

    und die Verhältnisse erziehen es. Der wahre Erzieher vertritt beide; aber dasein muß er vor dem Kind wie eins der Elemente. ★ ★ ★ Freimachung von Kräften kann nur eine Voraussetzung der Erziehung sein, nicht mehr. Wir dürfen es allgemeiner …

  20. 1926-01-01 · Heft 1 · page 40

    allzeit bereit um sie mitzukämpfen. Um die Erscheinung des Blitzes, nicht länger während, als das Auge ihr standzuhalten vermag. Um das Vibrieren des Züngleins, das zu lang niedergezogen und starr war. Ich gebe meine Unke Hand dem Aufrührer…