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… tiefe 'Ahnung der Seele, daß sie Gottes sei, es ist das Wissen ihrer wahren Bestimmung und Herrlichkeit. Jener heilige Rabbi Akiba, von dem die Schriften unseres Volkes uns erzählen, gedachte unter den Händen seiner römischen Henker nicht seiner selb…
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143 An die Jugend Israels. verfliegt, der täuschende Nebel schwand, dann erröthen wir, wie Hiob sagt, daß wir gehofft, und statt der erwarteten Quellen der Freude, zeigt sich uns eine dürre Wüste, unter des Mittags sengenden Strahlen. Was e…
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144 An die Jugend Israels. das wir arn himmlischen Gestade der Jugend uns erträumt, ist, eh'wir's denken konnten, längst geschwunden. So spiegeltsich denen, die am Gestade des Meeres wandeln, ein liebliches Eiland vor; himmelanstrebende Ber…
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Glück und Wissen. Novelle von Isidor Heller.
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Zwischen Büchern und Instrumenten, die allen Zweigen der Naturkunde angehörten, saß in einem großen Sorgenstuhl ein hagerer etwas gealteter Mann im seidnen Schlafrock, angelegentlichst beschäftigt, gewaltige Zahlen vor sich hin zu schreiben…
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148 Glück und Wissen. Nachdem der vr. Jsak Eichberger das Recepisse unterschrieben und das Porto bezahlt hatte, verschränkte er die Arme und blickte den Brief mit so verwunderten Augen an, als hatte ihm ein Naturforscher, oder gar ein Gnome…
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Gluck und Wissen. 149 Vater und Sohn in Eichbergers Phantasie wach wurden und sich seinem Herzen mittheilten. Und doch war Jsak nichts weniger als ein unnatürlicher Mensch; im Gegentheile stand er mit der ganzen Natur im innigsten Rapporte.…
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150 Glück und Wissen vor der Heftigkeit des Vaters.-Weiter kam er nicht im Walten der Mutter; denn diese Bilder tauchten in seiner Seele aus dem eignen Leben auf und seine Mutter war gestorben, da er erst acht Jahre zählte. Aber einmal in s…
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Gluck und Wissen 151 säße an dem noch frischen Grabhügel seiner Mutter auf dem Gottesacker. Unheimliche Sträucher wiegten sich über den vielen Gräbern, und dazwischen huschten Flämmchen, wie suchend, hin und her, die nichts anders sein konn…
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…imme so rauh und barsch, daß der Knabe Jsak zusammenfuhr als er ihn anredete: Was hast Du schon gelernt? — Chumisch mit Raschi, antwortete der Vater für den Sprachlosen. — Verächtlich erwiederte Rabbi Zodik: In dem Alter habe ich schon geleint. —…
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Glück und Wissen. 153 narienvogel zwitschernd von Stange zu Stange hüpfte. Der Knabe zählte damals vierzehn Jahre, und war schon lebensmüde wie ein siecher Greis; doch bei dem Anblicke des schönen Vogels erheiterten sich seine traurigen Züg…
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154 Gluck und Wissen. Regen ins Haus getrieben, setzte er sich in einen Winkel seines Stübchens und der neue Gedanke: Sterben, Aufhören, drang schneidend in seine Seele. Zum ersten Male ahnte er die gewaltige Hand, die über den Dingen schwe…
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…lickte mit einer Mischung von Freude und Zagen in das erhabene Antlitz des Mannes und seinen Lippen entfuhr der Ausruf: Moses Mendelssohn! Ueberrascht wendete sich der Fremde ab, um herzlich in sich hinein zu lachen. „Kenn'ich dich recht alter Theodor — sag…
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…lüthe an seinem Herzen zu hegen, daß sie nicht welk abfalle, bevor die Frucht sich entwickelt. „Ich bin zwar nicht dein Moses Mendelssohn" sagte er lächelnd, als der Knabe geendet; — „bin ihm sogar nicht weiter ähnlich als in einem gewissen Vorsprunge, den …
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Gluck und Wissen. 157 deines Gewandes ergreifen und dich begleiten." — Darauf streckte er die Arme dankend gen Himmel und rief jubelnd: „Mit meinem Stabe ging ich über den Jordan und bin nun zu zwei Lagern geworden." Dem Alten traten Thrane…
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1 Gluck Ult- Wissen. genehm zubringe. Eben wäre er auf der Rückreise von Karlsbad begriffen, wo er die Ferien über zu seiner Erholung zugebracht. Der schöne Morgen habe ihn vermocht, seinen Wagen zu verlassen und den Berg herauf durch den W…
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159 Gluck und Wissen. unser Jsak hat nicht untersucht, ob das Messer, mit dem man das unreine Thier geschlachtet, die vorgeschriebene Länge hatte und nicht schartig war." Der Professor hatte bezahlt und ergriff Jsaks Hand, um ihn hinwegzufü…
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160 Glück und Wilsen- Zehn Jahre verlebte nun J sa k in ungestörter Gcmüthsruhe und zusagenden Studien. Bei seinem regen Geiste und dem Unterrichte seines alten, gelehrten Freundes konnte es nicht fehlen, daß er große Fortschritte in allen …
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Gluck und Wissen. Ui seiner vom Schreck gelähmten Zunge die Kraft ihm zu willfahren. — „O theurer Mann" stammelte er — „so willst du mich verlassen und so schnell!" „Sei kein Kind Jsak" sagte der Alte, „ich bin achtzig Jahre. Danke vielmehr…
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…kleinen Stübchen seines väterlichen Hauses als sehnsüchtiger Knabe in die Zukunft hinein gesponnen haben, wobei ihm der Moses Mendelssohn, auf dem Titelkupfer der Bibel seines Mitschülers, zu dem Bilde seines alten Freundes geholfen hätte. Doch der Brief in…