Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 143)
- Language
- German
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Gluck und Wissen. 149 Vater und Sohn in Eichbergers Phantasie wach wurden und sich seinem Herzen mittheilten. Und doch war Jsak nichts weniger als ein unnatürlicher Mensch; im Gegentheile stand er mit der ganzen Natur im innigsten Rapporte. Wie ein Bruder mit seinen Geschwistern war er mit jedem Thiere vertraut, von der Spitzmaus bis zum antediluvischen Mamuth; genau kannte er das Leben der Pflanzen, von der Kartoffel und dem Erdbeerstrauch bis zur Zeder unddemBanian; die Steinwelt hatte wenig Geheimnisse vor seinem durchdringenden Auge. Den Menschen vollends kannte er aufs genaueste im Leben, im Tode und noch bevor er das Licht der Welt erblickt. Nicht umsonst hatte er hundert Cadaver secirt, in den Krankensälen jeden Athemzug belauscht, die Gesichtsfarbe, den Schweiß und hundert andere delicate Dinge untersucht, verglichen und geprüft. — Aber was man den Menschen in raffinirter, socialer Bedeutung nennt: der Vatermensch, Brudermensch, Land- und Stadtmensch und die andern Arten, wobei man übrigens gemeinhin den Menschen als überflüssig wegläßt — war unserm Dr. Eichberger nur ganz dunkel und obenhin bekannt. Seit fünfzehn Jahren von seinem Vater, seinem einzigen Verwandten entfernt und außer allem Rapport mit demselben, hatteer in derselben Stube gelebt und geforscht, und der Mensch war an ihm nur vorübergegangen als Professor, als Museumswächter, der selbst zu den Raritäten gehört, als Patient, oder unter der alles gleichmachenden hippokratischen Maske. An den Zweifüßlern auf der Gasse war er fremd und gedankenvertieft vorbeigestrichen. Wie gesagt, Jsaks Gedanken liefen einen ziemlichen Weg, bis sie darauf kamen, was denn einem Sterbenden in einem Städtchen, das ihm entfernter als der Uranus schien, an ihm gelegen sein könne. Zuerst boten sich ihm die Beziehungen eines Kindes zu seiner Mutter. Diese trägt das Kind unter ihrem Herzen, dachte er; später säugt sie es, beschwichtigt sein Geschrei, lehrt es laufen, liebkoset es, beschützt eS