Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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142 An die Jugend Israels. dieses innere Wissen des Rechten und Unrechten, wenn es die Unschuld warnt, dem sichern Sünder Todesangst und Blasse, dem verfolgten Frommen Frieden und Seligkeit schaffet? Was gibt dem inner» Gefühl seinen Muth und seine Kraft? Was hielt jene Märtyrer, die für den Glauben und die Wahrheit starben, unter ihren Todesqualen aufrecht? — Es ist die tiefe 'Ahnung der Seele, daß sie Gottes sei, es ist das Wissen ihrer wahren Bestimmung und Herrlichkeit. Jener heilige Rabbi Akiba, von dem die Schriften unseres Volkes uns erzählen, gedachte unter den Händen seiner römischen Henker nicht seiner selbst und seiner Todesschmerzen, er gedachte seiner Liebe zu Gott, seiner Liebe mit ganzem Herzen und ganzer Seele, die er jetzt, sein Leben freudig opfernd, bezeugen durfte; er gab den Staub dem Staube hin, den sündigen Menschen, die ihn mordeten, und mit der Wahrheit, für welche Götzendiener ihn sterben ließen, mit dem Rufe, daß E in Gott sei, entwand der Geist sich seinen Fesseln. Was ist es hingegen, was uns so oft verwirrt und beunruhiget, was die leidenschaftliche Jugend locket, fieberisch erhitzt, tauscht und, wenn ein Engel sie nicht schützt, in's Verderben stürzt? Warum hattest du unter dem Streben und Verlangen so viel Pein, und warum befriedigt dich so wenig, was du endlich errungen? Ist es auch dann also, wenn Seligkeit und Herzensreinheit dein Ziel ist? Nimmt auch sie dir den Frieden, wenn du nach ihr ringest und das Glück, wenn du sie gefunden? Und warum ist es dort anders? — Weil dort das Zeitliche, dem ewigen Geiste zu seinen Zwecken beigegeben, doch nur der Erde allein sich zugewendet, weil der Wunsch, von ihren Lockungen verführt, das Leben suchte, wo nur sein Grab ist. Einen flimmernden Schleier, der erst spät sich lüftet, ziehet der Traum der Jugend vor unser Angesicht; er zeigt und birgt zugleich was uns umgibt, er verkläret was die Gaben der Zeitlichkeit uns versprachen, zauberisch umfließen uns die lichten Streifen eines Morgennebels, der Alles größer, Alles lockender, Alles schöner erscheinen läßt, als es ist — und wenn wir näher treten, und wenn der Traum