Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 149)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Glück und Wissen. 155 unter dem er lag, stand ein kleiner buckligter Mann gelehnt, der ihn mit seinen großen sprechenden Augen freundlich ansah. Der Mann hatte einen schönen, weißbehaarten Kopf, ernste ehrfurchtgebietende Züge, eine mächtige, gedankenreiche Stirne, aber um seinen Lippen schwebte ein mildes wohlthuendes Lächeln. —Erstaunt, hatte sich J sa k halb aufgerichtet und blickte mit einer Mischung von Freude und Zagen in das erhabene Antlitz des Mannes und seinen Lippen entfuhr der Ausruf: Moses Mendelssohn! Ueberrascht wendete sich der Fremde ab, um herzlich in sich hinein zu lachen. „Kenn'ich dich recht alter Theodor — sagte er halblaut — so ist dir die naive Bemerkung dieses Knaben zehnmal lieber, als das Ehrendiplom einer hochgelehrten Akademie. Aber gemach Freund! Kinder sehen ihr hölzernes Pferd, das sie selber schleppen müssen, für ein edles Schlachtroß an, warum nicht einen deutlichen Buckel für den Kopf eines Weltweisen? Wir wollen gleich sehen, wie viel ich mir auf diese Graduirung einzubilden habe." „Was wolltest du mit der Erwähnung des Verewigten sagen, mein Lieber?" fragteer nun den Knaben, der sich indes; erhoben hatte und den mit sich selbst Sprechenden verwundert ansah. „Gehört Mendelssohn zu den Tobten?" erwiederte der Knabe traurig; — „ach, ich habe Sie für diesen Mann gehalten, den ich so liebe. Ich kenne ihn nur aus dem Bilde, das der Bibel eines meiner Mitschüler vorgedruckt ist. Wie sehr habe ich diesen beneidet um das liebe Bild, das Einen so liebend anblickt, und hätte es gerne aus dem Buche nehmen mögen, wenn es nicht hieße: Du sollst nicht stehlen. Mein Vater wollte mir kein solches Buch kaufen, er war nicht gut zu sprechen auf den herrlichen Mann, und von meinem Lehrer bekam ich wohl gar Schläge, wenn er mich in Betrachtung der geliebten Züge vertieft fand. Er sprach nie den Namen ohne Fluch aus." Der Fremde stampfte mit dem Fuße und riß heftig einen Zweig vom nächsten Baume. Doch als er den Knaben über