Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 151)
- Language
- German
- Belongs to
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Gluck und Wissen. 157 deines Gewandes ergreifen und dich begleiten." — Darauf streckte er die Arme dankend gen Himmel und rief jubelnd: „Mit meinem Stabe ging ich über den Jordan und bin nun zu zwei Lagern geworden." Dem Alten traten Thranen ins Auge Mer die rein kindliche Begeisterung, der das Gewand des biblischen Idioms eine heilige Anmuth verlieh. „Wohl hast du Ursache," sagte er, „dem Himmel zu danken, mein Kind; denn elendiglich wärst du verkümmert ohne diese Fügung, wie das Balsamstäudlein von Mecka in eine nordische Steppe versetzt. Laß uns nun schnell diese Gegend verlassen und einem neuen wärmern Leben zugehen." Er führte den Knaben auf dem Pfade, den er gekommen, zu einer Straße, die durch den Wald führte und hob ihn dort in einen Wagen, der seiner wartete. Eine so stattliche Kutsche hatte J sa k bisher nur wie ein unnahbares Meteor durch sein Städtchen eilen gesehen; nun er selber drin fuhr, Bäume, Hügel, Menschen und Heerden an ihm vorübersiogen, indes; er sanft gewiegt auf weichen Polstern saß — eine Empfindung, die er noch nie geahnt, kam ihm Alles wie ein wunderbarer, trügerischer Traum vor, und er umschlang heftig seinen alten Freund in der Furcht ihn zu verlieren, wenn er erwachen sollte. Der gute Alte wurde nun ernstlich besorgt, der schnelle Glückswechsel könne seinem Schützling den Verstand zerrütten, zumal nach der im Walde zugebrachten feuchten Nacht. Er ließ daher beim nächsten Gasthause halten, um durch den Ballast eines guten Frühstücks Jsaks mit vollen Segeln treibender Seele einen sestern Halt zu geben. Der hungrige Knabe ließ sich's wohl schmecken und theils diese reele Thätigkeit, theils die Erzählungen seines alten Freundes, den er nicht müde ward zu betrachten, überzeugten ihn endlich, daß sein glückliches Erlebnis; bare Wirklichkeit wäre. Der Alte erzählte ihm, das; er Professor an der Universität der Hauptstadt sei, dabei eine ausgedehnte ärztliche Praxis habe und so zwischen Lehren und Forschen das Leben an-