Mannheim
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  1. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 551

    861 du, was ihrer noch gewartet, was ihrer noch geharret hätte? was hätte noch kommen können, muffen? Können die Freunde der Verblichenen so eigennützig sein, zu wünschen, daß ihres Lebens Zeit noch lange gewesen, daß der Stürme noch mehr k…

  2. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 552

    s>. Am Grabt eines Jünglings. Meine Freunde! Nichts ist erschütternder für den Menschen, als wenn er die unsichtbare Hand des göttlichen Verhängnisses an einer wohlbegründeten Familie das Werk der Zerstörung unaufhaltsam vollenden sieht, si…

  3. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 553

    553 Der Jüngling, den wir hier begraben, ist in der Fülle seiner Kraft dahingerissen, fass am Anfang seines Mannesweges. Gott, der Allweise, hat ibm nicht Raum gegeben, seine Fehler und Schwächen — wer hätte die nicht? — zu verbessern, sein…

  4. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 554

    s>>. Im Vrabc eines Jünglings. Meine Freunde! Als am Feste, das vor wenigen Tagen vorübergegangen, die Vorstellung der menschlichen Vergänglichkeit vor unsre Seele trat — da rief ich euch die Worte Mosis zu: 2)2^ 2^2 2^22 Der Mensch, am Mor…

  5. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 555

    555 Der Mensch, wie Blume des Feldes blühet er, so ein Sturm darüber hingehet, ist er nicht mehr, und man erkennet nicht mehr seine Stelle. Ja, eine Blume des Feldes, über die ein Sturm dahingeht, und sie ist nicht mehr, war dieser Jüngling…

  6. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 556

    566 des verlebten, an der Gruft des Jünglings, den der Sturm traf und brach, gehet uns das rechte Verständniß der Unsterblichkeit auf. Dessen Gnade die Ewigkeil umfaßt, kann den die Flamme des Geistes löschen, wenn sie eben aufzulodern bega…

  7. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 557

    l. Trau - Predigten. Herr, der du zu uns gesprochen durch Mose: „So du ein Gelübde gelobest vor dem Ewigen, deinem Gotte, zögre nicht, es zu erfüllen, denn fordern wird es der Ewige dein Gott von dir!" (5. B. Mos. K. 23, V. 22.) — Ein Gelüb…

  8. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 558

    558 Schiffer leuchtet. Denn sehet, einen Bund binden können die Menschen sür sich selbsten, einen Bund sür gebunden erklären, können auch Menschen, Richter, Zeugen; aber so die Religion im Namen Gottes und durch ibr Wort und ibr Werk einen …

  9. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 559

    359 daß die Herzen mit einander unauflöslich venvachsen sind. Wisset ihr nickt, meine Lieben, daß auch an dein Bande der Ehe die Alles zerwühlende, Alles zersetzende Zeit nagt, die Gefühle abkühlt, die Empfindungen schwächt? daß auch an dem…

  10. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 560

    allem Diesem keine leichte, die Bedürfnisse steigen, der Erwerb ist ersckwert. Wobl, da muß es ein fester, besiegelter Bund sein, wo der Gatte seinen strebenden, beschützenden, leitenden Arm der Gattin reicht, wo die Gattin ibren belfenden,…

  11. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 561

    861 Laß die Liebe walten in all' deinem Thun gegen sie, übe Nachsicht gegen ihre Schwächen, babe immer einen Blick der Zuneigung, ein Wort der Zärtlichkeit für sie. Sei ihr Freund und Berather, Schirm und Stütze. Und du, meine Braut, wie du…

  12. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 562

    862 O, meine Lieben! Welch' liebliches Bild, welch' fröhliche Zukunft sichert euch dieser Segenssprnch zu, so er eine Wahrheit wird an eurem Bunde! 1. Ziehet bin zum Frieden! Euer Bund soll werden ein Friedens'und! Und wer wäre denn, der da…

  13. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 563

    863 Stürme des Lebens, die niemals ausbleiben, spurlos und schadlos an ibm vorübergehen; dann habet ihr Kraft, die Bürden des Lebens zu tragen, die Kämpfe zu bestehen, immer wieder wird der Strahl der Sonne Hervorbrechen aus dem vorüberzieh…

  14. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 564

    66z neu getäuscht, viele Wunsche unerfüllt bleiben — wenn nicht die Hand des einigen Gottes über euch ansgebreitet ist, wenn nicht der Gott Israels seinen Schutz, seinen Schatten euch verleihet: ja, des Menschen Wille und des Menschen Vollb…

  15. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 565

    563 So möge ein Heilstag euch beute anfgegangen^ sein, mein Brautpaar, eine Gnadenzeit heute für euch beginnen, daß er euch erhöre, daß er euch wahre für eures Bundes ganze, lange Dauer! Denn allerdings, mein Brautpaar, empfangt der Bund de…

  16. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 566

    566 seinem Weibe, darum spricht das Weib zum Manne nach dem Worte der Schrift: wohin du gehest, gehe ich, und wo du weilest, da weile auch ich; da ist, da soll sein keine Verschiedenheit der Interessen, keine Trennung der Ebre und des Gutes…

  17. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 567

    867 einander nnd an einander aus! Wir wollen tbeilen all die fröhlichen Stunden, wenn die Sonne des Glücksauf unsre Hütte scheint und der Qelbaum des Friedens nnd die Weinrebe des Genusses groß ziehet an ihren Wanden; aber auch tbeilen, wen…

  18. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 568

    868 Geist schwach, das Herz enger geworden. Aber darum soll auch in ihm die Liebe mit unwandelbarer Treue gepaart sein; und soll ich euch das schönste Geheimniß der Ehe kund thun, mein Brautpaar? Mann und Weib, die sich wahrhaft lieben, die…

  19. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 569

    369 weil wir alle Menschen sind, und nur Einer 7,8^ schauet in's Herz — ist es doch nur äußerliches Zeichen und Werk, das erst seine wahre Bedeutung und Wirkung durch das erlangt, was in der Tiefe eurer Herzen in diesem Augenblicke vor sich…

  20. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 570

    570 sten und zu erheitern, selbst wenn Verlust und Sorg' und Beängstigung gekommen, welch' eine Wonne! — Mein Brautpaar, glaubet es, es ist der schönste, erbebendfte Anblick auf Erden, wenn die Herzen eines Ebepaares einander ganz geboren, …