Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 565 (sequence 587)
- Language
- German
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563 So möge ein Heilstag euch beute anfgegangen^ sein, mein Brautpaar, eine Gnadenzeit heute für euch beginnen, daß er euch erhöre, daß er euch wahre für eures Bundes ganze, lange Dauer! Denn allerdings, mein Brautpaar, empfangt der Bund der Ehe seine wahre Bedeutung, seinen ganzen Inhalt gerade ans der Zeit, in welcher er geschlossen wird; diese ist das Bestimmende für ihn. Lasset uns dies einen Augenblick näher erwägen. 1. Der Bund der Ehe wird geschlossen, mein Brautpaar, erstens in der Zeit der Vereinsamung; in der Zeit, wenn der Mann seine Jugend durchrnngen, wenn er sich seine Selbstständigkeit erworben, eine unabbänge Stellung, oft nach hartem Kampfe, erreicht hat; aber am Ziele seines Strebens sieht er sich nun einsam; lang schon liegt es hinter ihm, daß er die Stätte seiner Kindheit und deren Genossen verlassen hat, lang schon, daß er für sich allein schaffen und werben mußte — in der Zeit, wenn für die Jungfrau das Vaterhaus nicht mehr zu bleibendem Verharren bestimmt sein kann, oder wenn Vater nnd Mutter in ihr ewiges Haus gingen, von wannen Niemand zurückkehrt, und die Jungfrau bleibt und fühlt sich einsam — da strecken sie beide die Hand sich entgegen, aus derWereinsamung sich zu retten in einen innigen, heiligen Bund, daß der Mann der holden Gefährtin, der süßen Beglückung, der -nz? „Gehülstn ihm zur Seite", der Trösterin, der trauten Freundin und Verwalterin seines Hauses nicht entbehre, und daß das Weib der kräftigen Stütze, des männlichen Armes, dessen, der ihr die Wege des Lebens ebnet, nnd für sie die Bedürfnisse des Lebens erringt, nicht entbehre. Aber, mein Brautpaar, weil hierzu und in solcher Zeit der Bund der Ehe geschlossen wird, darum ist er, soll er sein ein Bund gänzlicher, ungetheilter, vollkommner Vereinigung; darum verläßt, nach dem Worte der Schrift, der Mann Vater und Mutter, nnd hanget an