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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 567

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 567 (sequence 589)
Language
German
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IRI
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867 einander nnd an einander aus! Wir wollen tbeilen all die fröhlichen Stunden, wenn die Sonne des Glücksauf unsre Hütte scheint und der Qelbaum des Friedens nnd die Weinrebe des Genusses groß ziehet an ihren Wanden; aber auch tbeilen, wenn Wolken darüber fahren und sie verdüstern, nnd unsrer besten Müben Frucht nicht reifet, sondern zu Boden fallt, nnd es stürmt um uns und wanket, wir werden nicht wanken, in Noch und Siechthum, in Gefahr und Bedrängniß! Ja, wir wollen nur mit einander Heil finden, Freude suchen, niemals anders, nirgends anders; nnd mit einander die heiligen Nebel des Lebens tragen, daß auch diese in unsrer Liebe uns gar leicht, ja noch Quellen des Glückes werden, da wir uns gern erproben! Das gelobet euch, und das führet aus — dann ist eure Ehe eine ununterbrochene Gnadenzeit, ihr werdet erhört, ihr werdet gewahrt. 3. Und der Bund der Ehe wird drittens geschlossen in der Zeit der Jugend, wenn die Blüthe der edeln Menschengestalt sich entfaltet bat, wenn die Blütbe des ganzen Menschengeiftes zur Erscheinung kommt — ja in der Blüthenzeit des Lebens. Andere Bande des Menschen werden gebunden in der Stunde der Geburt, unbewußt dem Menschen, und fallen ab nach und nach. Aber die Ebe schlägt ihr Zelt auf in dem Wonnemond des Menschenlebens. Aber gerade darum, mein Brautpaar, wird dieser Bund geschlossen für die Jugend nnd für alle Zeiten des Menschenlebens, bis zum Grabe nnd über das Grab hinaus. Nnd fürwahr! es bleibet nicht also. Flüchtig ist die Zeit, aber das Leben ist doch lang, die Blüthe welket ab, Anmnth und Schönbeit schwinden, das Gleichmaaß der Tage bringt Fehl und Mangel und Schwäche zu Tage — aber der Bund der Ehe für den Menschen ist auf alle Alter des Lebens berechnet, er soll noch das silbergraue Haupt umkränzen, er soll den gebeugten Rücken und die zitternde Hand stützen, wenn der Körper reizlos, der

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