Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 559 (sequence 581)
- Language
- German
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359 daß die Herzen mit einander unauflöslich venvachsen sind. Wisset ihr nickt, meine Lieben, daß auch an dein Bande der Ehe die Alles zerwühlende, Alles zersetzende Zeit nagt, die Gefühle abkühlt, die Empfindungen schwächt? daß auch an dem Bunde der Ebe die Stürme des Lebens rütteln, und die wechselnden Geschicke zu läsen, zu sprengen vermögen, was verbunden worden? lind wenn dies Alles nicht, daß die Selbstsucht der Personen, die nur sich, ihren Willen, ihre Wünsche und Verlangen kennt, bald, wenn erst der Reiz der Neuheit geschwunden, anseinanderbringt, entfremdet, ja verbittert, was vereinigt worden? Aber alles Dies ist eitel und nichtig, wenn ihr den Bund eurer Herzen fest mit der Liebe versiegelt; alles Dies liegt zu euren Füßen, wenn eure Herzen den Siegel der Liebe empfangen haben und unverletzlich halten. Dann mag Zeit auf Zeit vergeben, dann mag das Haar grau und das Auge schwach werden,' dann mögen Armuth, Siechthum, Notb und Gefahr kommen, ihr bestehet, ihr überwindet sie mit einander, fest gekettet! Und dies nicht allein. Der Bund der Ebe soll eine ewige Quelle der Freuden, des Genusses, der Befriedigung, ja der Seligkeit werden für Gatten und Gattin — und das kann er, das vermag er, doch wahrlich nur, wenn die Herzen Beider versiegelt sind in Liebe nnd unverbrüchlicher Treue. Wohl, mein Brautpaar, so sprechet in dieser Stunde zu einander: „lege mich wie ein Siegel ans dein Herz!" Wir legen ein Siegel auf euren Bund, und keine entweihende Hand rühre daran! N. Aber auch ein Siegel auf deinen Arm! Die Ehe, meine Themen, sie wird geschloffen zu einem werkthätigen, geschäftigen, arbeitsvollen Leben. Wisset ihr es nicht, mit der Ebe erwachsen der Pflichten und Mühen neue und immer mehre: da wird ein Hallsstand gegründet, da ersteht eine Familie, da hat der Mann zu schaffen und zu erwerben, da hat das Weib zu verwalten und zu beschicken. Und unsre Zeit ist in