Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 556 (sequence 578)
- Language
- German
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566 des verlebten, an der Gruft des Jünglings, den der Sturm traf und brach, gehet uns das rechte Verständniß der Unsterblichkeit auf. Dessen Gnade die Ewigkeil umfaßt, kann den die Flamme des Geistes löschen, wenn sie eben aufzulodern begann? Wozu hätte er ibn geschaffen, wozu ihn entwickelt, wozu ihn balb gereift, wenn das Werk, das hienieden begonnen, nicht droben vollendet werden sollte? Und darum tröste dich, Vater des, den wir heute dem Erdenschooße übergeben, tröste dich, wenn du auch dastehst wie ein entlaubter Stamm, dem der Sturm unerbittlich die Krone abgeschlagen, tröste dich, denn die Frucht, die du mit Batersorge gepflegt, für die du so viel geopfert, sie wird droben reifen, herrlicher, tüchtiger als hier. Gehe hin von diesem Grabe zu den Deinen und sage es ihnen: Mutter, Tochter, stillet eure Zähren, ich weiß es, die Gnade des Ewigen gehet von Ewigkeit zu Ewigkeit; unser Jüngling ist noch, er ist droben beim Vater und blühet weiter, herrlicher. Aus einer Blume des Feldes ist er eine Blume des Himmels geworden, die der Herr kleidet mit Licht und speiset mit Erkenntniß. Sprich jetzt nicht: „trage ich nicht auch Schuld an seinem frühen Tode? Hätte ich nicht Jenes thun können für ihn? Vielleicht hätte ibn Dieses behütet und erbalten?" Hast du ihn doch getragen am Vaterherzen, hast du bereitwillig hingegeben für ihn, geopfert, was nur möglich war, so Haft du getban, was und wie du es erkanntest, so wird dein Sohn jetzt voll Liebe und Bewußtsein auf dich blicken. Amen. Gebet und Segen.