Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 558 (sequence 580)
- Language
- German
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558 Schiffer leuchtet. Denn sehet, einen Bund binden können die Menschen sür sich selbsten, einen Bund sür gebunden erklären, können auch Menschen, Richter, Zeugen; aber so die Religion im Namen Gottes und durch ibr Wort und ibr Werk einen Bund bindet und heiligt, so ist es ein Gelübde der Seelen, so ist es ein Bund des tiefinnersten Geistes worden, der nicht bloß auf dem veränderlichen Recht und Gesetz der bürgerlichen Gesellschaft beruht, sondern auf dem ewigen, unvergänglichen der Religion, des ganzen Daseins, irdischen und überirdischen. Nicht bloß euer Hab' und Gut, nicht bloß eure Personen sind sich dann zugesprochen, sondern auch eure Herzen, all' euer Fühlen, all' euer Denken. Und so werde euch, mein Brautpaar, diese Stunde eine Stunde ewiger Erinnerung zur Einigkeit, zur Heilighaltung, zu treuer Erfüllung eures Gelübdes! Aber damit diese Erinnerung auch in bestimmte Fassung sich kleide, lasset mich, mein Brautpaar, ein Wort auf eure Lippen legen, ein Wort, das ihr in eure Herzen ausnehmet, und fort und fort durch eure Thaten verwirklichet, es ist das Wort des Hohenliedes, das ihr zu einander sprechen sollet beut und alle Tage K. 8. B. 6. „D lege mich wie ein Siegel ans dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm!" Ja, Gatte und Gattin sollen einander sein wie ein Siegel auf dem Herzen, wie ein Siegel ans dem Arme; der Bund der Ehe soll ihnen besiegelt sein im Herzen und besiegelt aus Arm und Arm! — Lasset mich euch dies mit Wenigem näher erklären. j. Der Bund der Ehe soll vor Allem sein ein Bund der Herzen! Er muß entsprungen sein daraus, daß sich die Herzen zu einander gesunden; er muß gegründet sein daraus, daß sich die Herzen in einander vereinigt; er muß bestehen darin,