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19111914
  1. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 4

    Zweitens werde ich allerdings auch darauf halten, daß die Beiträge einen gewissen Wert besitzen. Indem wir diese unsere Zeitschrift der Jugend anbieten, bieten wir ihr etwas Großes und Wichtiges, etwas, was ihr noch nicht angeboten worden i…

  2. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 5

    nehme Wahrheiten zu sagen über das, was er und seine Mitschüler auf der Schule entbehrt und woran sie gelitten hätten. Nun war es äußerst interessant zu beobachten, wie die öffentliche Meinung, repräsentiert vor allen Dingen durch die Press…

  3. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 6

    …tunden für den Schüler in ästhetischer Hinsicht ist die beständig wiederkehrende Aeußerung des Lehrers, im Gegensatz zu Homer verwende Walther keine Flickwörter. Einige Aeußerungen, die den ästhetischen Standpunkt Goethe gegenüber bezeichnen: „G…

  4. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 7

    Entsprechend kann sich die Schulbehandlung von Hermann und Dorothea gestalten. Es werden im Unterricht Stunde für Stunde in gemeinsamer Arbeit Dispositionen angefertigt (die jedoch stets auf die vom Lehrer gewünschte hinauslaufen); eine die…

  5. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 8

    Eine Wertung des Gedichtes gibt der Unterricht nicht. Für die meisten Schüler aber ist es gewertet; der Name der Dichtung schon verursacht ihnen Uebelkeit. Minna von Barnhelm wird disponiert. Egmont wird disponiert. Eine Probe: Egmont und d…

  6. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 9

    sie vor allem kommen in Betracht — erscheinen der Mehrzahl der Schüler als völlig, willkürliche, jedes lebendigen Zusammenhanges entbehrende Spielereien für Aesthetiker; erscheinen unendlich trocken jedem, der seine Zeit mit „Nützlicherem" …

  7. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 10

    Entwickelung des Rechts, der Schule, der Kunst, der Ethik, der modernen Psyche schweigt, bis auf wenige Daten, dieser Unterricht. Der nüchterne Betrachter mag sich fragen, ob dieser Geschichtsunterricht ein Kulturbild gibt oder nicht vielme…

  8. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 11

    Metall verträgt solche Experimente. Und vielen wird diese Versuchsprobe des Extemporales gefährlich. Man hat schon längst eingesehen, daß die bisherige Handhabung der schriftlichen Klassenarbeiten ein Unding ist, und in dieser Erkenntnis ha…

  9. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 12

    sich über die Leistungen der Schüler zu unterrichten. Dabei sagt er zu einem der Schüler: „Sie haben da zwar eine „Drei" auf dem Papiere stehen. Daß es aber nur eine „Vier" ist, weiß ich docli recht gut." Die beiden Fälle beurteilen sich vo…

  10. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 13

    sitzt er jetzt ganz Deutschland und greift über nach Oesterreich; man zählt 17 000 Wandervögel*) und 8000 Angehörige des „EUern- und Freundesrates*4, die Bundeszeitschrift erscheint monatlich in 30 000 Stücken, die Statistik errechnete für …

  11. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 14

    äußerlich — dies nicht ohne starke Reibungen — eine fortschreitende Annäherung, die vor wenigen Monaten durch die Gründung eines Gesamtbundes ihren Abschluß gefunden hat. In der so geschaffenen Eiuhcit sind die einzelnen Stufen der vorangeg…

  12. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 15

    Weniger greifbar sind die Wirkungen, die im Kreis des Wandervogels selbst verblieben; sie können nur deutlich werden an den Menschen, die aus ihm hervorgehen. Vorhanden sind sie gewiß. Wie wäre es sonst möglich, daß für so viele kein Name s…

  13. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 16

    Zwei Gedichte von E. K. Eleutheros Oktavaner*), Wien 1910 Der Irdische Wie der Maiwind jugendlich Durch die Bäume zittert____ Tor, wer da sein kleines Ich Aengstlich hält umgittert! Offen trag ich meine Brust Warmem Lebenshauche, Weil ich m…

  14. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 17

    Denn was mir zu Werke wird, Ist für mich bereitet, Ward von Rossen goldgeschirrt, Bis zu mir geleitet. Auf die junge Frühlingssaat Sprüht der laue Regen, Bis die kurze Stunde naht, Der sie reift entgegen, Bis der Gärung trüber Schwall Sich …

  15. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 18

    Der Fremde Augenblicke sind es nur, Die mein Leben weihen, Eines Wehens zarte Spui Aus dem kühlen Freien. Streicht es leise mir durchs Haar, Halt ich bebend inne, Bis ich, wo ich göttlich war, Langsam mich besinne. Und ich greife wach und z…

  16. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 19

    Aber meine Seele trügt Keines Nebels Schwere — Was aus Leerem sich gefügt, Muß zurück ins Leere! Steht nicht meiner Feinde Reih Aengstlich auf der Lauer, Ob nicht meine Schuld ihr leih Wirklichkeit und Dauer? Ob ich nicht verzweiflungsirr M…

  17. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 20

    Klassenspiegel Es ist kein gutes Zeichen für Schüler und Lehrer, daß das Schimpfen noch immer übliöh ist. Ich glaube, das rührt noch aus der Militärzeit der Lehrer her. Man sollte deshalb allein schon den Lehrern den Militärdienst verbieten…

  18. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 21

    Von 7 Abiturienten einer Berliner Schule waren 5 strenge Abstinenzler. Diese wollten nach bestandener Reifeprüfung natürlich nicht den üblichen Kommers veranstalten. Als sie das ihrem Oberlehrer mitteilten, zuerst grenzenloses Erstaunen, da…

  19. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 22

    Durchsprechung der übrigen drei Akte, wobei sogar Stellen zitiert wurden. Mit einem „Fix! Also das ewig Weibliche zieht uns hinan--na, das wissen Sie jä, was das ist, nicht wahr, Henzel?" klappte Stolz das Buch zu. Ich war neu in die Klasse…

  20. 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 23

    Briefe Briefe eines siebzehnjährigen Mädchens aus einem Töchterheim. E i s e n a c h, April 1912. Lieber Henri! Vorläufig nur ein paar Worte. Briefe werden nicht gelesen, aber schreib* nie Deinen Vornamen aus. Ich darf .nicht an einen Junge…