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Der Anfang · 1913-05-01 · Heft 1 (Mai 1913) · p. Seite 12

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 1 (Mai 1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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sich über die Leistungen der Schüler zu unterrichten. Dabei sagt er zu einem der Schüler: „Sie haben da zwar eine „Drei" auf dem Papiere stehen. Daß es aber nur eine „Vier" ist, weiß ich docli recht gut." Die beiden Fälle beurteilen sich von selbst; sie sind doppelt traurig: Nicht nur, daß man die in guter Absicht gegebenen Erlasse vereitelt, daß man um der eigenen Bequemlichkeit willen fürchterliche Mißverhältnisse beibehält; am schlimmsten ist, daß solche Häßlichkeiten den Schülern auch noch gezeigt werden! Da wird dem Jungen sonst Gehorsam als höchste Pflicht vorgehalten. Er muß einen Aufsatz über Schillers „Kampf mit dem Drachen" schreiben und schöne Worte über die Verherrlichung des Gehorsams suchen. Hier wird ihm von seinem eigenen Lehrer gezeigt, wie man sich um Gesetze drücken kann! Ihm, dem sonst gepredigt wird, man dürfe nicht immer tun, wie man möchte, zeigt der Lehrer durch eigenes Beispiel, daß man sich um der lieben Bequemlichlichkeit willen schon einen kleinen Fehltritt erlauben darf! Schließlich: Der Schüler möchte wohl gern, daß die Arbeit noch einmal geschrieben wird, aber der Lehrer will nicht, und der Junge sieht: Trotzdem der Lehrer im Unrecht ist, dringt er durch, weil er der Mächtigere ist. Soll das keine Verbitterung, ja Verachtung in der jungen Menschenseele erzeugen? Vom Wandervogel Von einem Führer Wenn es einem Freude macht, kann man sagen, daß der Wandervogel, von den Kinderkreuzzügen abgesehen, etwas Neues in der Weltgeschichte ist: die erste Bewegung, die aus der Jugend selbst und als Ausdruck ihres Wegens entstanden ist. Er lebt jetzt 12 oder 13 Jahre und ist, lange unscheinbar, lange Zeit auch kämpfend gegen Spott und Unterdrückung, in der letzten Zeit mächtig aufgegangen. Von Steglitz über Berlin wachsend, be- 12

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