Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 1 (Mai 1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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nehme Wahrheiten zu sagen über das, was er und seine Mitschüler auf der Schule entbehrt und woran sie gelitten hätten. Nun war es äußerst interessant zu beobachten, wie die öffentliche Meinung, repräsentiert vor allen Dingen durch die Presse, diesem tapferen und lobenswerten Vorgehen gegenüber völlig verdutzt dastand und sich nicht getraute, darüber ein entschiedenes Urteil zu fällen. Das ist ein Symptom dafür, daß das Recht der Jugend gegenwärtig zu den Dingen gehört, über die am allerwenigsten nachgedacht wird. Und so bitten wir das Publikum, von dieser seiner notorischen Gedankenlosigkeit auch unsere Zeitschrift eine Weile profitieren zu lassen, das heißt, über sie kein Urteil zu fällen, ehe man sich den ganzen Fall gründlich überlegt hat. Auch wir wissen, daß es einen natürlicheren Platz für die Jugend geben könnte, ihre Gedanken auszusprechen und ihre Forderungen zu erheben als eine Zeitschrift, aber wir wissen eben so wohl, daß es diesen Platz noch nicht gibt, und unsre Zeitschrift soll dazu dienen, ihn zu erarbeiten. Wenn die Jugend in der Lage wäre, in persönlicher Aussprache das zu sagen, was sie sagen könnte, wenn sie in der Lage wäre, unter den Erwachsenen sich selbst ihre Anwälte zu suchen, die ihre Sache da führen, wo über ihr Wohl und Wehe entschieden wird, wenn aus den Stätten, wo sich die Jugend heute zusammenfindet zum Erdulden von Unterricht und Zucht, Statten einer wahren Jugendkultur und eines edlen Gemeinschaftslebens würden, dann wäre diese Zeitschrift überflüssig. Bis dahin aber verlangen wir von den Erwachsenen ganz einfach die Ritterlichkeit, der Jugend nicht brutal das Wort abzuschneiden, wrenn sie in den ungeheuren Chor der Zeitungen und Zeitschriften mit diesem unserm kleinen Blatte ihre schwache Stimme mischt. Indem ich an die selbstverständliche Pflicht der Ritterlichkeit appelliere, verzichte ich an dieser Stelle auf jeden andern Nachweis der Notwendigkeit und Nützlichkeit eines solchen Organes der Jugend. Noch wissen wir ja auch nicht, wie es sich bewährten d. h. wie weit die Jugend sich wirklich dieser ihr dargebotenen Gabe bemächtigen wird. Dies sei fürs Erste genug. Ob es nötig sein wird, noch einipal zum Publikum das Wort zu ergreifen, wird sich herausstellen, wenn die ersten öffentlichen Beurteilungen unseres Unternehmens vorliegen werden. 5