Mannheim
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  1. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 9

    9 die Arme des Todes sinkt — — dies Alles bewirket die Seele und geht aus von der Seele, und so ist sie die Quelle des Lebens und die Erhaltung des Lebens für den Körper. Und wie der Kreislauf des Lebens im unermeßlichen Weltall ausgeht und…

  2. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 10

    10 wie Du schufest die Seele des Menscheu, schufst Du sie nicht nach Deinem Ebenbilde, schufst Du sie nicht rein, wie Du selbst? Ja, aus Deinen Händen ging sie bervor, reiner als der Strabl Deines Lichtes, reiner als der Schnee Deines Himme…

  3. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 11

    11 in seiner Seele als der Sturmwind in der Natur! — Und so seid getrost, geliebte Menschen, wenn auch eure Seelen nicht mehr so rein sind, wie sie gewesen, als sie der Herr bineingesetzt in euren werdenden Leib, wenn auch in den Falten eur…

  4. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 12

    12 Und formlos, und gestaltlos ist Gott, und formlos und gestaltlos ist die Seele, sein lebendiger Odem; und im Innersten alles Erschaffenen wohnet Gott, und im Innersten des Leibes wohnt die Seele. — Und so ist es uns nun klar geworden, wi…

  5. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 13

    13 einst bricht diese Hülle zusammen vor dem Hauche des Todes, des Gesandten des Herrn, und deine Seele tritt nackt und bloß in's Jenseits, und eine Stimme frägt dich: Du Ebenbild des Herrn, bist du des Herrn? Laß schauen die Züge deiner Se…

  6. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 14

    14 weil sie sein Ebenbild ist, Dem der das Weltall erfüllt, dem Unsichtbaren, Allessehenden, dem Erhalter, dem Reinen, der. im Innersten wohnt der unendlichen Schöpfung: kann dann ein sündiger Gedanke in diese Seele kommen? lagert sich nich…

  7. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 15

    Scheide aus dem Vaterhause! Predigt über 1 B. Mos. Kap. 12. V. 1. r°2»Di Baude werden gebunden, geliebte Gottesgemeinde, Bande gelöst! Auf Vereinigung folgt Trennung, auf Finden Verlieren, auf Begegnen Scheiden — wandelbar ist Alles, nichts…

  8. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 16

    16 der Boden ist es, nicht die Lnst, nicht die Pflanzen sind es, nicht die Steine, Alles, Alles ist es, was uns knüpft an das Vaterland! Hier ging unsre Kindheit vorüber, hier erwuchsen wir, hier entfaltete sich unser Geist, hier entwickelt…

  9. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 17

    17 an dem Scheidewege, wo der Pfad abwärts ffihrt aus seiner Heimath in die unbegrenzte Ferne. Geh hinweg, wende den Rücken dem Orte deiner Kindheit, der Behausung deiner Lieben, die Sonne soll dich nicht mehr treffen, wo sie dich bis hiehe…

  10. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 18

    18 Vollkommenheit, doch vor der Thüre rubet die Sünde. Und so bist du hingegeben, Seele des Neugebornen, einer traurigen Wahl, einer zweifelhaften Aufgabe; du bist versetzt in ein unbekanntes Land, und da sollst du dich zurecht finden, und …

  11. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 19

    19 stand seine ersten Fühlfäden ausstreckt, zu betasten die Dinge dieser irdischen Wett, Er wird dein Schild sein in diesem Leben! Empfangen dich doch liebende Eltern, Sorgfalt wacht an deiner Wiege, lehrt dich gehen, und leitet deine erste…

  12. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 20

    20 des Abschiedes ist bitter — aber ich reiße Euch die kaum vernarbten Wunden auf, ibr Eltern, deren Söhne in die Ferne gegangen, darum will ich lieber davon schweigen. Und zieh' in das Land, das ich dir zeigen werde. Was ist das für ein La…

  13. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 21

    21 kommen zu werden; dazu wuchsest du heran, dazu erwachte dein Verstand, dazu sammeltest du Kenntnisse, dazu veredelten sich deine Gefühle, vollkommen zu werden; deshalb stoße die Versuchung von dir, deshalb vermeide die Sünde, deshalb wac…

  14. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 22

    22 muthe sich den Boden hinwegziehen, auf dem sie stehen. Ach, ihre Stärke ist hohl, ihr Selbstvertrauen Schatten. Wehe ihnen, wenn die Nacht nach dem kurzen Tage kommt, der Sturm aus die Windstille: er trifft sie schon entwurzelt, wie soll…

  15. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 23

    23 da soll ihm die Zarte der Gattin zum Segen werden — und wie er ihr den Preis seines Schaffens und Ringens bestimmt, soll sie ihn trösten, ihm beistehen, ihm tragen helfen. Wenn er heimkehrt, soll ibr zärtliches Wort sein Herz stärken, ih…

  16. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 24

    24 IV. Aber wir wollen nun Massen, geliebte Gottesgemeinde, von der Jugend, und uns zuwenden dem Manne, dem gereiften, erprobten. Immer ernster ist das Leben geworden, ärmer an Hoffnungen, aber reicher an Früchten; der Blick lenkt sich scho…

  17. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 25

    25 verstanden dich nicht; dich verjagten die jüngsten Geschlechter, und spotteten deines Alters!-Und was ist es, geliebte Gottesgemeinde, was ist es, mein Israel, was dich aufrecht erhielt auf deiner langen Pilgerschaft? Der Spruch ist es v…

  18. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 26

    26 sen wird? LiVW Tl^lUft die Antwort: Du wirft in Frieden zu deinen Vätern kommen. (K. 15, V. 15.) Frieden? Also wohnet Frieden dort, jenseits des Grabes? Also ist der letzte Kampf ans Erden der letzte dieses Geistes? Der letzte Kampf viel…

  19. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 27

    27 irdischen Daseins; von Geschlecht auf Geschlecht geht es über, wirkt es, gut und segensreich, wie wir es gewollt und gethan! Und so bleibet auch der Name zurück, die Ehre, der Ruf, der Ruhm, während wir unsre Seele Gott wiedergeben, unsr…

  20. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 28

    ch lll. Der Winter. Predigt zum ri-n^ri w über Ps. 1 L7, V. 16. Andächtige Brüder!!^ '7! ri'2 ''V Ich freue mich, wenn man zu mir saget: Lasset uns nach dem Gotteshause gehen! (Ps. 122, V. 1.) Also sprechet auch ihr, meine Brüder, die ihr h…