Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 31)
- Language
- German
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9 die Arme des Todes sinkt — — dies Alles bewirket die Seele und geht aus von der Seele, und so ist sie die Quelle des Lebens und die Erhaltung des Lebens für den Körper. Und wie der Kreislauf des Lebens im unermeßlichen Weltall ausgeht und geleitet und erbalten wird vom göttlichen Willen, der Alles erfüllt: so gehet der Kreislauf des Lebens im menschlicheil Leibe aus von der Seele, die ibn erfüllt und ihn leitet und erhalt. So ist die menschliche Seele geschaffen nach dem Ebenbilde Gottes. — Und darum seid getrost, geliebte Menschen, was in Euch lebt, in euren Leibern, das ist nicht Staub, der zum Staube kehrt, es ist der Odem des Allmächtigen, des Ewigen, nach dessen Ebenbild in ihm geworden. So mag denn zerfallen dieser Leib nach seiner Zeit, so mögen aufhören zu kreisen die Räder dieses irdischen Uhrwerkes — die Quelle des Lebens, die in ihm waltet, sie wird nicht Asche, sie bleibt, sie dauert fort! Und es heißt viertens: N2 Wie der Herr rein ist, ist die Seele rein. O Herr Zebaoth, für dessen Heiligkeit kein Laut des Sterblichen einen Namen hat, Du, in Dich fassend aller Vollkommenheiten Zahl, wie bist Du rein! O höre nicht die Stimme jener Unglücklichen, die, gedrückt von des Lebens Last, anklagend Dich nennen; auch nicht die Stimme jener trunkenen Uebermüthigen, die, von der Fülle Deiner Gaben angefüllt, Dich nicht kennen wollen und Dein lästern — kommet doch einst auch für sie die Stunde der Erkenntniß, wo sie sagen werden: Herr Du bist rein— wir aber sind fleckenvolle Knechte! So rein ist nicht der Strahl Deines Lichts, so rein nicht der Schnee Deines Himmels, so rein nicht die Blüthen Deiner Erde, wie Dein göttliches Wesen rein ist! Und nicht der Schatten der Nacht, so dunkel er auch ist, und nicht das Alter der Zeiten, so groß es auch ist, wirft einen Flecken auf Deine Reinheit — wie Du gewesen bist vor Anbeginn der Schöpfung, unwandelbar und rein, so bist Du noch! — Und