Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 39)
- Language
- German
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17 an dem Scheidewege, wo der Pfad abwärts ffihrt aus seiner Heimath in die unbegrenzte Ferne. Geh hinweg, wende den Rücken dem Orte deiner Kindheit, der Behausung deiner Lieben, die Sonne soll dich nicht mehr treffen, wo sie dich bis hieher traf, der Frühling dir nicht länger blühen, wo er bis hieher um dich blühte. Und soll uns dieser Ruf treffen, meine Freunde, unvorbereitet, ungerüstet? Nein! Etwas müssen wir mitnehmen aus unsrer Heimath, was uns leite in der Verlassenheit, Etwas muß uns zum Pilgerstabe werden, wenn wir heimathlos werden, und der, der uns zuruft: Zieh hinweg aus deinem Vaterhause! wird er uns nicht einen Trost, eine Lehre mitgeben auf die Wanderschaft? I. Geh hinaus aus deinem Mutterschoße! ergehet der Ruf an den Menschen, wenn er geboren wird, wenn er sich herauswindet an das Licht der Welt. Schwächlich, nackt, unbehülflich, unverständig lieget der Neugeborne da, die eisige Luft preßt ihm einen Weherus aus — ach, wäre seine Seele sich ihrer bewußt, auch sie würde einen Weheruf tönen lassen. Diese Seele, die innen verborgen ist, die innen noch schlummert, in welches Gewirre, in welches Gewebe ist sie hineingeschleudert. Unbekannte Dinge umgeben sie, unbekannte Bedürfnisse bedrängen sie, unbekannte Begierden schlafen in ihr, unbekannte Leidenschaften erwarten sie, unbekannte Stürme harren ihrer — wie werden sie dich, Unschuld, zerreißen, wie werden sie Furchen und Wunden dir schlagen, daß du, wenn du einst zurückkehrst aus diesem Leben, einem Panier gleichen wirst, das aus dem Kriege zurückkehrt! Und ziehe in das Land, das ich dir zeigen werde! Ja, in welches Land ziehet die neugeborne Seele ein? Die ganze Erde lieget vor dir! ist die Antwort. (K. 13, V. 9.) Aber weit ist diese Erde, und weit von der Erde der Himmel; weit ist es bis zur Tugend, doch nahe das Laster; weit ist es bis zur 2