Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 15 (sequence 37)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/7166791-9630800--1372-9623285
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Scheide aus dem Vaterhause! Predigt über 1 B. Mos. Kap. 12. V. 1. r°2»Di Baude werden gebunden, geliebte Gottesgemeinde, Bande gelöst! Auf Vereinigung folgt Trennung, auf Finden Verlieren, auf Begegnen Scheiden — wandelbar ist Alles, nichts beständig, als der Strom des Lebens, der immerfort strömt. Scheiden — trauriges Wort, schmerzvolle Bedeutung, denn nur die stch lieben, scheiden von einander, Feinde scheiden nicht, die sind geschieden. Ach! und wer hat nicht jene bittre Empfindung schon einmal gefüblt, wenn die Tbräne des Abschiedes rollt, wenn das Auge zum letzten Male in ein Auge schaut, in das er so gern gesehen, wenn die Lippe zum letzten Male die Lippe berührt, die er so gern berührte, wenn die Arme zum letzten Male die Brust umschlangen, an der er so gern ruhte? Ja, und wer sie nicht empfunden, die Bitterkeit des Scheidens, der Einsame, der Niemanden besitzt, den er zu verlieren zittert, Nichts liebt, von dem er sich zu trennen fürchtet, er ist noch unglücklicher, er ist verlassen, es ist öde um ihn, seine Brust ist eine Wüste!-Wo wir das Licht der Welt erblickt, das Land unsrer Geburt, der Stammort unsrer Väter, meine Freunde, welche Bande fesseln uns an diese Stelle! Warum? Wir wissen es nicht: nicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.