Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/7166791-9630800--1382-9623295- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
25 verstanden dich nicht; dich verjagten die jüngsten Geschlechter, und spotteten deines Alters!-Und was ist es, geliebte Gottesgemeinde, was ist es, mein Israel, was dich aufrecht erhielt auf deiner langen Pilgerschaft? Der Spruch ist es von Abraham: und er glaubte dem Ewigen! (K. 15, V. 6.) Ja, daß der Glaube nicht ließ von der Gemeinde Israels, dadurch erhielt ste stch, dadurch unterlag sie nicht den drängenden Nationen; der Glaube ertönte in Lobgesängen unter den Martern des Todes; der Glaube war der Pilgerstab, an dem die Wandrer durch die Erde zogen; — und wo ein Mann aus seiner Heimath ziehet, verdränget von Verfolgern, oder von einem Rufe in die Ferne: der Glaube ist es, der ihn leiten muß auf seiner Fahrt, der ihm folgen muß in seine neue Heimath, und wenn er dem Herrn vertraute, und wenn er dem Ewigen glaubte, der nie trügt und täuschet — so wird er den Schatten finden, den er suchet, die Ruhestätte erlangen, zu der er eilet. O Mann, glaube dem Ewigen! V. Geh' hinweg aus deinem Vaterlande, aus dieser Erde zieh', aus diesem Leben! ergehet fünftens und letztlichft der Ruf an den Greis.— So ist es denn vorüber, das wechselnde Spiel dieses Lebens, und wir stehen an der letzten Scene, wie an der ersten. Vorüber find die Hoffnungen der Jugend und die Bestrebungen des Mannes, die Kraft ist verschwunden, der Greis ist nur noch da. Da ertönt denn der Ruf an ihn: verlaß die Erde, diese Zeit deines Lebens ist vorbei — und so muß er zum letzten Male scheiden, und es ist das letzte Scheiden, von dem kein Wiederfinden auf Erden ist; weinende Kinder und Enkel läßt er am Grabe zurück, von der süßen Gewohnheit des irdischen Daseins muß er sich trennen, die Güter der Erde, die er sich erkämpft, folgen ihm nicht — es ist der letzte Kampf! Und was für ein Land ist dies, in das der Greis gewie-