Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 38)
- Language
- German
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16 der Boden ist es, nicht die Lnst, nicht die Pflanzen sind es, nicht die Steine, Alles, Alles ist es, was uns knüpft an das Vaterland! Hier ging unsre Kindheit vorüber, hier erwuchsen wir, hier entfaltete sich unser Geist, hier entwickelten die Hoffnungen der Jugend, die schwärmerischen, ihre Hunten Schmetterlingsflügel, hier lebten wir im Kreise unsrer Eltern, Geschwister, Freunde freundliche Tage, glückliche Stunden, selige Minuten, hier floß das Leben noch sorgenlos, noch mühelos, noch ohne Kampf, noch bnntwechselnd, noch hellglänzend vorüber! Und von hier sollet! wirscheiden? und von dieser theuren Umgebung, und von diesem geliebten Kreise, und von diesen werthen Gegenständen, die mit unfern Neigungen, Wünschen, Bestrebungen verwachsen sind, sollen wir uns losreißen? Ja, es beginnt nun die Entsagung für dieses Leben; das erste Glied von der Kette der Stürme, der Täuschungen, der Bitterkeiten dieses Lebens ist gefaßt! — Dieses Gefühl, meine Freunde, meine Brüder und Schwestern, wollte ich in Euch erwecken, bevor wir die schweren Worte des Herrn vernehmen, die er an Abraham, unfern Stammvater, erließ: Geh hinweg aus deinem Vaterlande, ans deinem Geburtsorte und deinem Vaterbause in das Land, das ich dir zeigen werde. Nicht ein Wort heute, geliebte Gottesgemeinde, von der Wichtigkeit dieser Berufung, die der erste Schritt war zur Erleuchtung der Welt, nicht ein Wort von der Willigkeit, mit der unser gottdurchdrungener Stammvater das Opfer brachte, sein Vaterhaus zu verlassen: dieses Wort ist an alle Menschen aller Zeiten und aller Orte gesprochen, und so wollen wir es beute betrachten. Geh hinweg aus deinem Vaterlande, aus deinem Vaterhause! wie oft läßt die eiserne Notwendigkeit diesen Ruf an den Menschen ergehen, wie oft stehet dieser