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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 12

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 12 (sequence 34)
Language
German
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12 Und formlos, und gestaltlos ist Gott, und formlos und gestaltlos ist die Seele, sein lebendiger Odem; und im Innersten alles Erschaffenen wohnet Gott, und im Innersten des Leibes wohnt die Seele. — Und so ist es uns nun klar geworden, wie die menschliche Seele das Ebenbild Gottes sei: wie Er füllt die ganze Welt — wie Er sieht, und nicht gesehen wird — wie Er ernährt die ganze Welt — wie Er rein ist — wie Er im Innersten des Geschaffenen wohnt — — so füllt die Seele den ganzen Leib, — so siebt die Seele und wird nickt gesehen, — so ernährt die Seele den ganzen Leib, — so ist die Seele rein, — so wohnt die Seele im Innersten des Leibes. Und wozu nun, geliebte Zuhörer, diese Erkenntniß? Soll sie für uns bleiben eine Befriedigung der Wißbegier? Oder soll sie eindringen in die Tiefen unseres Herzens, und werden in unsrer Seele zu einem blühenden Aaronsstabe? Daß du geschaffen nach dem Ebenbilde deines Schöpfers, Mensch, daß deine Seele geworden nach der Ähnlichkeit des Höchsten — dies ist die größte Offenbarung über dich selbst, dies ist der Grundstein aller irdischen Weisheit. Was du schaffest Herrliches und Schönes — du schaffest es nach dem Ebenbilde des Herrlichsten, was du denkst und sprichst Herrliches und Schönes — du denkst und sprichst es in der Ähnlichkeit des Schönsten. Ja, du bist Gottes, du bist dessen, der der Urquell alles Lebens. So denke darauf, immer mehr Gottes zu werden, so ringe, im Gewirre des irdischen Daseins, im Nebel der Leidenschaften, im Gewölke der Begierden und Lüste die Züge seines Ebenbildes in dir fest und wahrhaft heroortreten zu lassen, daß es erkennbar wird, daß es leuchtend stehe in deinem Thun und Handeln, in deinem Denken und Sprechen, auf deinem Antlitz und deiner Stirn, wessen du bist! Sieh,

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