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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 10

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 10 (sequence 32)
Language
German
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IRI
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10 wie Du schufest die Seele des Menscheu, schufst Du sie nicht nach Deinem Ebenbilde, schufst Du sie nicht rein, wie Du selbst? Ja, aus Deinen Händen ging sie bervor, reiner als der Strabl Deines Lichtes, reiner als der Schnee Deines Himmels, als die Blütben Deiner Erde. Und so gebet auch noch beute des Menschen Seele bervor, ans dem Schoße der Mutter rein und heilig, und unbelastet von Schuld, und unbefleckt von Sünde. Und obschon wir nicht mebr gesetzt werden in einen lieblichen Edengartcn sonder Müb' und Last, und obschon den Menschen auferlegt ist einem Jeden Arbeit nach seinem Maße (Kobel. 6, 7.), und obschon der Mensch schwach ist, und den Gelüsten des Leibes nachgibt, mehr als billig ist — so bat der Herr uns doch geboten, uns zu heiligen, denn er ist beilig (3. B. Mos. 19, 2.), und unsre Seele rein zu erhalten, wie er sie uns gegeben. Und du, Ebenbild des Heiligen, des Reinsten, spricht keine Stimme in dir für die Heiligkeit, für die Reinheit? Locket dich nicht eine zärtliche Stimme zu dem steilen aber süßen Pfade der Tugend? Wohnt nicht ein Gefühl in deiner Brust, das rege wird bei einer guten, schönen That, und, wenn du sie gethan, dich erwärmt, erweitert, erhebt, daß du dich nahe fühlst dem Höchsten, dem Heiligsten? Wie lächelt dein Antlitz, wie hüpft dein Herz, wie glänzt dein Auge, wenn du sie gethan, die gute, die schöne That! — Nein! zählet nur auf, ihr Menschenhasser, die Verbrechen der Menschheit, der Menschen, häufet auf den Staub des Lasters zu einem Gebirge, und stellet euch darauf, und rufet aus: hoch ist der Rücken des Frevels, und wird immer höher mit der Zeit! Die Tugend flieget zum Himmel empor, und läßt euch zurück in ihrem Fluge, als ein winziges Häuflein! — Ja nicht untergeht die Reinheit der menschlichen Seele, die der Herr ibr mitgibt in die staubige Hülle, sie gehet nicht unter im irdischen Leben, sie lebet fort als der Ruf zur Tugend, sie dauert selbst im Verbrecher fort, als die Stimme des Gewissens, die immer laut ist, nie schweigt, und früh oder. spät lauter wird

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