Mannheim
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  1. 1854-01-01 · 1854 · p. [Seite]

    Der Musch — das Lbtnbild Gottes. Predigt über t B. Mos. Ä. i. V. L7. O Sonne des Weltalls, o göttliche Weisheit!-Zu meiner Seele möcht' ich sprechen: du bist blind! zu meinem Herzen: du bist taub! Denn schau' ich in die Höhe, und schaue in …

  2. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 4

    L 2N^,"^2 wehe denen, die weise sind in ihren Augen, 2^12^. 2N^2 und klug in ihrem Be dünken (Jes. 5, 21.): aber lieget die Göttlichkeit nicht vor euren Angen, und ist die Weisheit des Herrn euch nicht offenbart? und hallet nicht wieder in …

  3. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 5

    5 Gott und Mensch der Anfang ist aller Weisbeit und alles Erkennend, so ist es gut, mit der Erforschung des Verhältnisses zwischen beiden, zwischen Gott und Menschen, anzufangen an dem Sabbath, wo wir wieder zu lesen beginnen die Thorah des…

  4. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 6

    6 Ziele, und erhält sie. — Und ebenso senkte er binein in die staubige Hülle des Menscken eine lebendige Seele, und diese stillet aus den irdischen Leib, und da ist keine Ader, die pulset, und keine Sehne, die sich strecket, und kein Nerv, …

  5. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 7

    7 Weltall erfüllt! Ja, sehen kannst du ibn nicht mit deinem blöden Auge, aber ibn schauen mit dem Geiste, wie er erfüllt alle Wunderwerke seiner Schöpfung, wie ansgcbreitet ist seine Herrlichkeit über alle seine Meereswogen und Erdgebirge. …

  6. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 8

    8 Wie der Herr ernähret die ganze Welt, so ernährt die Seele den ganzen Körper. Und so lange er anfüllt, der Allsehende, der Unsichtbare, das Weltall mit seinem Willen, und so lange sein lebendiger Odem wohnet in demselben, in allen Geschöp…

  7. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 9

    9 die Arme des Todes sinkt — — dies Alles bewirket die Seele und geht aus von der Seele, und so ist sie die Quelle des Lebens und die Erhaltung des Lebens für den Körper. Und wie der Kreislauf des Lebens im unermeßlichen Weltall ausgeht und…

  8. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 10

    10 wie Du schufest die Seele des Menscheu, schufst Du sie nicht nach Deinem Ebenbilde, schufst Du sie nicht rein, wie Du selbst? Ja, aus Deinen Händen ging sie bervor, reiner als der Strabl Deines Lichtes, reiner als der Schnee Deines Himme…

  9. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 11

    11 in seiner Seele als der Sturmwind in der Natur! — Und so seid getrost, geliebte Menschen, wenn auch eure Seelen nicht mehr so rein sind, wie sie gewesen, als sie der Herr bineingesetzt in euren werdenden Leib, wenn auch in den Falten eur…

  10. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 12

    12 Und formlos, und gestaltlos ist Gott, und formlos und gestaltlos ist die Seele, sein lebendiger Odem; und im Innersten alles Erschaffenen wohnet Gott, und im Innersten des Leibes wohnt die Seele. — Und so ist es uns nun klar geworden, wi…

  11. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 13

    13 einst bricht diese Hülle zusammen vor dem Hauche des Todes, des Gesandten des Herrn, und deine Seele tritt nackt und bloß in's Jenseits, und eine Stimme frägt dich: Du Ebenbild des Herrn, bist du des Herrn? Laß schauen die Züge deiner Se…

  12. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 14

    14 weil sie sein Ebenbild ist, Dem der das Weltall erfüllt, dem Unsichtbaren, Allessehenden, dem Erhalter, dem Reinen, der. im Innersten wohnt der unendlichen Schöpfung: kann dann ein sündiger Gedanke in diese Seele kommen? lagert sich nich…

  13. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 15

    Scheide aus dem Vaterhause! Predigt über 1 B. Mos. Kap. 12. V. 1. r°2»Di Baude werden gebunden, geliebte Gottesgemeinde, Bande gelöst! Auf Vereinigung folgt Trennung, auf Finden Verlieren, auf Begegnen Scheiden — wandelbar ist Alles, nichts…

  14. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 16

    16 der Boden ist es, nicht die Lnst, nicht die Pflanzen sind es, nicht die Steine, Alles, Alles ist es, was uns knüpft an das Vaterland! Hier ging unsre Kindheit vorüber, hier erwuchsen wir, hier entfaltete sich unser Geist, hier entwickelt…

  15. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 17

    17 an dem Scheidewege, wo der Pfad abwärts ffihrt aus seiner Heimath in die unbegrenzte Ferne. Geh hinweg, wende den Rücken dem Orte deiner Kindheit, der Behausung deiner Lieben, die Sonne soll dich nicht mehr treffen, wo sie dich bis hiehe…

  16. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 18

    18 Vollkommenheit, doch vor der Thüre rubet die Sünde. Und so bist du hingegeben, Seele des Neugebornen, einer traurigen Wahl, einer zweifelhaften Aufgabe; du bist versetzt in ein unbekanntes Land, und da sollst du dich zurecht finden, und …

  17. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 19

    19 stand seine ersten Fühlfäden ausstreckt, zu betasten die Dinge dieser irdischen Wett, Er wird dein Schild sein in diesem Leben! Empfangen dich doch liebende Eltern, Sorgfalt wacht an deiner Wiege, lehrt dich gehen, und leitet deine erste…

  18. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 20

    20 des Abschiedes ist bitter — aber ich reiße Euch die kaum vernarbten Wunden auf, ibr Eltern, deren Söhne in die Ferne gegangen, darum will ich lieber davon schweigen. Und zieh' in das Land, das ich dir zeigen werde. Was ist das für ein La…

  19. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 21

    21 kommen zu werden; dazu wuchsest du heran, dazu erwachte dein Verstand, dazu sammeltest du Kenntnisse, dazu veredelten sich deine Gefühle, vollkommen zu werden; deshalb stoße die Versuchung von dir, deshalb vermeide die Sünde, deshalb wac…

  20. 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 22

    22 muthe sich den Boden hinwegziehen, auf dem sie stehen. Ach, ihre Stärke ist hohl, ihr Selbstvertrauen Schatten. Wehe ihnen, wenn die Nacht nach dem kurzen Tage kommt, der Sturm aus die Windstille: er trifft sie schon entwurzelt, wie soll…