Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 27)
- Language
- German
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5 Gott und Mensch der Anfang ist aller Weisbeit und alles Erkennend, so ist es gut, mit der Erforschung des Verhältnisses zwischen beiden, zwischen Gott und Menschen, anzufangen an dem Sabbath, wo wir wieder zu lesen beginnen die Thorah des Herrn. Es heißt in der Schrift ( > B. Mos. 2, 7.): Gott machte den Menschen aus Staub von der Erde, und blies in seine Nase lebendigen Odem, und also ward der Mensch zur lebendigen Seele. Ja, Staub ist der Mensch, vom Staube genommen — aber nicht dadurch ist er das Ebenbild des Herrn, der gestaltlos ist — sondern ihm ward eingeblascn der Odem des Höchsten, und dieser Odem ward ihm zur lebendigen Seele, und dadurch ward er das Ebenbild des Höchsten, die Aehnlichkeit des Schöpfers. — Also die lebendige Seele, die im menschlichen Leibe waltet, ist geschaffen nach dem Ebenbilde des Allmächtigen, und wie sie so geschaffen, lehrt uns eine alte Agadah unsrer Weisen, deren einzelne Sätze wir hier anführen und erläutern wollen. Sie meldet uns erstens: -qiZN ^2 «2» NVM r>8 2^12^ ^2 X22 N2PN NL! Wie der Herr füllt die ganze Welt, so füllt die Seele den ganzen Körper, DalmudDrnot. Uernell. 10,1. Das Weltall ist vom Herrn erfüllt! Die Unermeßlichkeit, die keine Zahl nennt, die kein Maß mißt, sie ist seine Unermeßlichkeit — diese Unendlichkeit, in der kein Markstein die Grenzen der Schöpfung anzeigt, sie ist seine Unendlichkeit — diese Zahllosigkeit der Welten, die durch das All rollen, und der Thierchen, die im Wasser verborgen leben, sie ist seine Zahllosigkeit — und diese Unermeßlichkeit und diese Unendlichkeit und diese Zahllosigkeit ist erfüllt von Gottes Gedanken und Willen! Und da sprießet kein Grashalm im Frühling auf, und da fällt kein Lichtstrahl ans die Erde nieder, sein Wille als lebendiger Odem wohnet darin — und wie dieser darin wohnet und im Weltall, beherrscht er sie und das Weltall, und leitet sie, und führt sie zu ihrem