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Arnold Zweig: Papst, Judentum, Palästina 723 ARNOLD ZWEIG / PAPST, JUDENTUM, PALÄSTINA*) Es ist bekannt, daß die Lage der Christen in Palästina sich nicht nur nicht gebessert, sondern verschlechtert hat, und das infolge der neuen Einrichtungen, die als Ziel haben .... die Christen aus den Stellungen, die sie bis jetzt eingenommen haben, zu vertreiben und sie durch die Juden zu ersetzen."
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Wir sind letzten Endes solidarisch mit j eder die Erdbewohner versittlichenden Kraft; wirkt sie ohne Nebenmotive rein, so muß sie mit uns parallel gehen. ARJEH TARTAKOWER / BODENFRAGE UND BODENPOLITIK IN PALÄSTINA Man kann ruhig behaupten, daß die Bodenfrage die zentrale Frage des palästinensischen Wirtschaftslebens der Gegenwart ist. Solange nicht diese Frage, die sich insbesondre im Lauf des letzten Jahrhunderts in unheilvollster Weise verwirrt hat, einer halbwegs befriedigenden Lösung entgegengeführt wird, kann von einer gesunden Entwicklung Palästinas keine Rede sein. Das' Land Palästina tritt in die neue Phase des wirtschaftlichen und politischen Lebens mit der Last einer Bodenfrage, wie sie an Schwere und Kompliziertheit wohl wenige Länder bisher zu tragen hatten.
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Geldsendungen für den zu bildenden Fonds: An die Redaktion der Zeitschrift: „Palästina'4 Berlin-Halensee. Ringbahnstr. 125. Berlin-Wien, 2. April 1902.
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127 128 DIE ENTDECKUNO VON JPALAESTINA. Von Martin Buber. Wie viele Juden haben Palästina in der Seele? Wohlgemerkt: nicht „die Heimstätte", sondern Palästina; und nicht im Geiste, sondern in der Seele. Oder noch deutlicher: wie viele Juden sehen Palästina? … Wir leben Man sollte hinfahren, nicht bloss „um Land und Leute kennen zu lernen", sondern um ein eigenes Palästina in die Seele zu bekommen. Das können freilich nur wenige. Jener Freund wollte daher nach Palästina gehen, um es in sich aufzunehmen?
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Dieser Weg ist das Bild im engeren Sinne: das Gemälde, die Zeichnuog, die Radierung. Die Maler haben bisher Palästina in der sogenannten orientalischen Manier gemalt, mit glühendem Farbenreichtum und unsäglicher Stimmungsarmut. Wir warten noch auf den Künstler, der uns ein jüdisch gesehenes Palästina geben wird. … Ich meine die Radierungen und Zeichnungen Hermann Strucks, die Adolf Friedemanns Buch „Reisebilder aus Palästina" (Verlag von 'Bruno Cassirer, Berlin 1904) begleiten. Ueber den Text zu sprechen, der instruktiv und gut geschrieben, von konkreter Sachlichkeit erfüllt und von einer starken'Gesinnung getragen ist, ist hier nicht der Ort.
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220 Felix Feltsch: der viele Gegner hatte, sowohl innerhalb als außerhalb der chassidischen Gemeinschaft Inzwischen wuchs die chassidische Gemeinde in Palästina. Es kamen noch Zaddikim mit ihrem Anhang hinzu. Die Chaluka entfaltete sich immer mehr. Im Jahre 1799 kam R. Nachman von Brazlaw nach Palästina, kehrte aber nach einem halben Jahr zu seinen Chassidim in der Diaspora zurück, die, von den anderen Chassidim isoliert, ihren Rebben schmerzlich vermißt hatten. … Sein Leben vor seiner Palästinareise betrachtete er als minderwertig und bat, seine vor dieser Reise geäußerten Lehren nicht aufzuschreiben, da sie unreif seien. Der Drang der Chassidim nach Palästina übertrifft denjenigen der anderen Juden. Unter den im letzten Jahrhundert Eingewanderten bilden die Chassidim die Mehrheit.
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Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina I>er primitive Nationalismus. Und wird überhaupt die nationale Auffassung der jüdischen Einwanderer umzuformen sein? … Todestage", Berlin s. a. (1929) S. 25.— Ernste Beachtung verdienen die Bekenntoisse Moses Calvarys über das Verhältnis des Westjuden, insbesondere des deutschen Juden zum jüdischen Nationalismus, zum Volkstum, zu Palästina. (Jüdische Rundschau, Nr. 83, 22. Oktober 1929, S- 556.) Calvary schreibt unter dem Titel „D eutsche Juden in Palästina": „...
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Indes haben ja die Grenzen deS biblischen Palästina oft gewechselt, so dass eine Zeit auch Damaskus den Juden gehörte, ebenso Philistäa, wo ein Theil der jüdischen Eolonien sich befindet. … Aber man täusche sich nicht: es gibt Länderstriche, auf die nicht einmal der palästinäische Himmel einwirken kann, z. B. wo die Steine, an denen Palästina außerordentlich, sagen wir zu reich ist, in geschlossener Masse den Boden bedecken. Wer in Palästina umherreist, kann oft den schroffen Uebergang von wüster Gegend zu paradiesischer Schönheit und blühenden Gärten bewundern.
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4-5 Rabbiner, die sich auf Palästina beziehen. So fragt z. B. ein Jude, ob derjenige, welcher in Palästina begraben ist, von den Grabes־ leiden (חבוט הקבר) befreit ist1. … Die große Bedeutung, die man dem Aufenthalt in Palästina beilegte, blieb nicht ohne Einfluß auf manche praktische Entscheidungen: so ward z. B. entschieden, daß ein Mann, der nach Palästina auswandern will, seine.
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Beide Forderangen erfüllt der Zionismus hier und in Palästina mindestens so sehr wie der C. V. Ein positiv religiöses Programm halte ich für den Zionismus genau so für unangebracht wie für den G. … Sie braucht Spontaneität. Und wenn ich mir das spontan Entstandene in Palästina ansehe, so muß ich sagen, daß nirgendswo in der Welt die Forderungen des jüdisch-religiösen Liberalismus schon heut in einem solchen Maß verwirklicht sind, wie in Palästina.
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Sie vermochte es nur so lange, bis der Führer der einen Partei, der Hatiptspieler im Kriegsspiel, die Hand nach Palästina ausstreckte. Da glaubte sie die Voraussetzungen von Herzls Politik — seine Grundauffassung von der unentschiedenen Rivalität der Mächte in Palästina — nicht länger aufrecht erhalten zu köiVnen und gab mit ihnen auch seine politische Folgerung — die überparteiliche Proklamation — auf, nicht minder jedoch das politische Programm der demokratischen Fraktion, eben jenes, das wir als den »synthetischen" Zionismus zu bezeichnen pflegten. 3. Auf diesem Kongreß sprach Chaim Weizmann, als ob ein unmittelbares : Interesse Englands an Palästina nicht bestünde, als ob es sich um Palästina nur um des good-will der Juden willen bekümmerte. Da ich in dieser Darstellung ein bestimmendes politisches Motiv nicht zu entdecken vermag, muß ich sie auf einen bedauerlichen Rückschritt der politischen Einsicht Herzls gegenüber zurückführen.
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— Choriner weiß darüber keine Auskuust zu geben.׳ Die Sache mag sich aber folgendermaßen verhalten. In Palästina wurde bis zum 12. Jahrhundert nur ein Neujahrstag gefeiert; 9t. Serachia im מאוד zu Beza Cap. i sagt ausdrücklich: ״jetzt sind.neue Ansiedler dahin (nach Palästina) aus der Provence gekommen und führten eine zweitägige Neujahrsfeier ein"; er spricht sich aber nachher gegen diese DoppeLseier für Palästina aus. Nachmanides im Milchamot opponirt ihm aber heftig und meint, von der zeitherigen Unterlassnng der Doppelseier könne gar kein Beweis gebracht werden, da bisher gar keine Gesetzkundige in Palästina gelebt hätten. Die Praxis einer zweitägigere Neujahrsfeier war daher im 12. und 13. Jahrh. in Palästina noch neu; erst Nachmanides und seine Schüler, die Kabbalisten, befestigten deren Einführung aus den von Nachmanides in der angeführten Stelle des Milchamoth enthaltenen halachischen Gründen.
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Für den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die Verantwortung Jüdische Kolonisation in Syrien Von H u b e r t A u ha g e n Der Reihe nach hat man in England, Frankreich und Rußland den .Inden in der vergeblichen Hoffnung der Niederwerfung* der Türkei 'Palästina versprochen. Man vermeinte, sich damit die Gunst der Juden zu sichern. Wenn wir uns hier auch im positiven »Sinne mit der Frage einer jüdischen Kolonisation in Syrien, wozu Palästina mitgehört, befassen, so liegen nähere Gründe vor. … Diese Überführung zur Urproduktion ist aber für verarmte städtische Juden, um die es sich hier handelt, mit Aussicht auf Erfolg nur in Syrien und Palästina möglich, da durch eine Verwendung der nur in diesem Lande in dem erforderlichen Grade zur Entfaltung kommenden religiösen und nationalen Triebkräfte die Schwierigkeiten des Übergangs zur Landwirtschaft, wie die Erfahrung in Palästina zeigt, überwunden werden können.
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Nr. 4ö „Die & Welt4 Seite 13 andere Leute, die Ackerbau betreiben oder betreiben wollen, zur Auswanderung nach Palästina zu bewegen. Das Land kann wieder ein Land von Milch und Honig werden. Es wartet nur auf die fleissige Hand des Juden. … Wir müssen uns bestreben, einen jüdischen Bauernstand zu schaffen. Ein solcher Stand kann aber nur in Palästina gedeihen. Ich bin überzeugt, dass der ackerbautreibende Jude in Palästina dasselbe Gefühl haben wird, wie der hiesige Landmann, der die von seinen Eltern ererbte Scholle bearbeitet.
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MARTIN BUBER / IN SPÄTER STUNDE Nun, da uns in später Stunde, anderthalb Jahre nach dem Abschluß des Kriegs, mitgeteilt wird, daß in San Remo Großbritannien das „Mandat" für Palästina % erteilt, die Balfoursche Deklaration dem Friedensvertrag mit der Türkei einverleibt und England beauftragt wurde, in dem für Palästina auszuarbeitenden Statut die Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden sicherzustellen, — nun können wir nicht mehr jubeln. Wir sind in anderthalb Jahren, in denen wir, zur Untätigkeit gezwungen, den Ausgang des Hadems und Feilschens erwarteten, während jede Stunde dieser europäischen Richtungslosigkeit die Luft in Palästina mehr und mehr vergiftete, wir sind in anderthalb Jahren der kalten Pein still geworden. Aber endgültig haben wir in den letzten Wochen das Jubeln verlernt, als in Jerusalem, im dritten Jahr nach der Deklaration und im ersten nach Versailles, von der englischen Lokalverwaltung begünstigt, der dreitägige Pogrom sich ereignete, dessen Gedächtnis nicht allein aus dem großen Memorbuch des jüdischen Martyriums, dessen grausamste Inschrift er bildet, sondern auch aus den Annalen der britischen Weltherrschaft nicht mehr zu tilgen sein wird.
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Der Beweis, den Martin Buber in seinen Aufsätzen „Zur Klärung" und „Streiflichter**) wie in der Zitatensammlung „Das wirtschaftspolitische Interesse an Palästina"**) für seine von mir angefochtene Anschauung antreten will, ist, soweit er sich auf das Historische bezieht, ein Indizienbeweis. … Wir .haben, wenn wir der Wirklichkeit ins Gesicht blicken wollen, von England in Palästina auch künftighin nicht mehr zu erwarten als heute und man weiß, was das bedeutet: Gleichberechtigung mit den Arabern, aber kaum ein Vorrecht, das uns unsere Aufgabe erleichtern könnte.
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IM KULTU Julius Bab: Kulturarbeit der deutschen Juden / Josef Kastein: Geheimnisvolle Welt / Unveröffentlichtes von Johann Jacoby, Gabriel Riesser, Franz Kafka / Ernst Simon: Von Palästina nach Deutschland / Erich Rott: Vom Kurfürstendamm nach En Charod / Friedrich Brodnitz: Schmelztiegel Palästina / Aufsätze über Jüdischen Journalismus / Disraeli-Lasalle / Figuren zwischen den Zeiten / Heinz Cohn: Neuordnung im jüdischen Schulwesen / Schulaufsätze: „Mein Berufswunsch und die Wirklichkeit" / Erziehungsfürsorge / Die Kleinstadtgemeinde. … / Erneuerung der Bibelwissenschaft / Max Wiener: Religion und Volkssitte / Max Grünewald: Autorität ESSAYS UNI Margarete Susman: Stifters Abdias / Michael Graupe: Stefan George / Berta Badt-Strauss: Solomon Schechter / Ludwig Feuchtwanger: Die Gestalt des „Verworfenen Juden" / Das gute jüdische Herz / Der Davidsschild / Das möblierte Zimmer. SONDE Jüdische Jugend / Deutschland und Palästina / Diaspora / Religiöse Fragen.
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Wenn sie es aber dann in der Wüste nicnt tun, so darf er auch mehr als 2000 Ellen wegen פקוח נפש gehen. R. Simon hält das Fahren nach Palästina für eine größere Mizwah als den Boden kauf4 in Palästina seitens desjenigen, welcher sich dort schon aufhält. Denn ,,wer außerhalb Palästinas wohnt, hat gleichsam keinen Gott“. … Simon entscheidet, daß derjenige, welcher gelobte, nach Palästina zu fahren und mit der Reise zögert, sich des Verbotes Deut 2322, selbst wenn die 3 Hauptfeste verstreichen, nicht schuldig macht.
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Ignaz May bäum: Die geschichtliche Aufgabe des deutschen Judentums Martin Buber als Dank für Herrlingen Die entscheidende Kraft in der Palästina Wanderung des modernen Judentums rührt daher, daß hier ein geschichtliches Ziel der jüdischen Aktivität voranleuchtet Daß der Aufbau Palästinas für so viele ein beglückender Inhalt ist, läßt sich aus der wirtschaftlichen Bedeutung, wie groß diese auch sein mag, nicht erklären. … Anstatt dieser geschichtlichen Aufgabe pionierhaft entgegen zu gehen, ist es heute gang und gäbe, uns eine Gegenwart hinzustellen, die uns nicht gehört. Das deutsche Judentum ist mit Palästina verbunden. Aber deshalb darf das deutsche Judentum nicht seiner Gegenwart beraubt werden. Gegenwart hat nur der, der aus seiner eigenen Situation Zukunft erringen kann.