Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1902-04-01 · Heft 4 (April 1902) · p. Seite 277 - 278

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
2 (1902)
Issue
Heft 4 (April 1902)
Article
Der Palästina-Wein [Nachricht]
Date
1902-04-01
Page
Seite 277 - 278 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2583875-2583890-2583895-2585369--01582-2585442
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 hits for “Palästina” · 6 entity mentions

277 Miscellen. 278 keit gezweifelt werden musste, so ist dieser energische Aufschwung mit grosser Freude zu begrüssen. Von den musterhaften Einrichtungen der Kellereien, welche in den deutschen Konsularberichten ausserordentlich rühmlich hervorgehoben werden, sind wir in der Lage, unseren Lesern einigen Abbildungen zu bieten. * * Aufruf des Komitees zur Errichtung eines Bureaus für Statistik des jüdischen Volkes. Jüdische Statistik. — Unter den vielen Problemen, die mit dem Aufschwung des modernen jüdischen Volkslebens in die Erscheinung getreten sind, ist wohl die Herstellung einer genauen wissenschaftlichen Statistik der gesamten Entfaltung des jüdischen Kulturlebens eines der dringendsten und wichtigsten. Zwar versuchten schon viele, das Dunkel, in das d'ese gehüllt ist, aufzuhellen, aber diese Theorien, von augenblicklichen Zwecksetzungen veranlasst, wurden oft dementsprechend willküilieh konstruiert. Desto wichtiger erscheint jetzt die Aufgabe der Statistik des jüdischen Volkes in einem Augenblick, da die. nationale Bewegung Positives leisten soll und will. Wie soll ihr das aber möglich sein, wenn sie das Material, mit dem sie arbeiten muss, nicht kennt. Wie sollen soziale Maassnahmen getroffen werden, solange die wirtschaftliche und kulturelle Struktur der Bevölkerung nicht festgestellt ist, solange man nicht weiss, wie das jüdische Volk ökonomisch und intellektuell beschaffen ist. Anders sind wir nicht in der Lage, das gewaltige Problem der Judenfrage der Lösung näherzubringen. Wir dürfen nicht experimentieren und womöglich fehlschlagende Versuche anstellen. Wenn wir am Körper des Volkes eine Operation vornehmen, muss wissenschaftlich exakt die Diagnose vorher gestellt sein. Das die Aufgaben einer jüdischen Statistik. Wrir verhehlen uns nicht die grossen Schwierigkeiten, die Hindernisse, die sich unserem Unternehmen mehr als jedem, andern in den Weg stellen werden. Die Zerstreuung des jüdischen Volkes, die Verschiedenheit seiner Lage in den von ihm bewohnten Ländern, der Mangel einer einheitlichen Organisation, die Schwierigkeit Mittel und Mitarbeiter zu gewinnen, diese Hindernisse gilt es in erster Reihe zu überwinden. Das darf uns jedoch, angesichts der eminenten Wichtigkeit unserer Aufgabe, nicht im Geringsten abschrecken, um so weniger, da wir wissen, dass auch die gegenwärtige amtliche Statistik der meisten Kulturländer aus privaten Anfängen hei vorgegangen ist. Als nächstes Ziel werden wir die Schaffung einer einheitlichen Statistik des jüdischen Volkes im Auge halten. Vorläufig soll eine Centralsammels teile für das statistische Material aus allen von Juden bewohnten Ländern gebildet werden. Bei den geringen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, sind wir doch nicht in der Lage, unser Ziel — die Herstellung der einheitlichen Statistik — auf einmal zu verwirklichen. Durch die Centralsammelstelle soll vielmehr erst der Grundstein hierzu gelegt werden. Und zwar: 1. Durch Sammlung und Sonderung des bereits von Regierungen un l Behörden innerhall) ihrer allgemeinen Statistik und von anderen Korporationen veröffentlichten, sowie des noch nicht herausgegebenen Materia ls. 2. Durch Zusammenstellung desselben in wissenschaftlicher Uebersicht und 3. durch dessen II er au sgabe in zwangloser Folge. 4. Durch Veranstaltung von Enqueten über soziale und wirtschaftliche Kulturzustände im jüdischen Volke. 5. Bildung eines Fonds für das in Aussicht genommene statistische Bureau. Zur Ausführung unserer Absichten appellieren wir an die Opferwilligkeit der sich für unsere Aufgaben Interessierenden Wir bitten dringend, uns durch Ratschläge sowie Beiträge jeder Art zu unterstützen. Sobald unser Komitee eingerichtet ist, werden wir die genauen Direktiven für die Sammlung des einschlägigen Materials veröffentlichen, jedoch erbitten wir schon jetzt zweckdienliche Informationen, und wenden uns insbesondere an jene, die innerhalb einer jüdischen Gemeinde eine amtliche Stellung bekleiden. Die Organisation unseres Unternehmens wird bis auf weiteres folgende sein: Ein Komitee, das an allen Plätzen, und sei es auch der kleinste Ort, korrespondierende Mitglieder gewinnen wird, die enventl. ins Komitee kooptiert werden. (Die Kooptation wird zur Orientierung öffentlich bekannt gemacht) Die Anmeldung von korrespondierenden Mitgliedern, die unter Zusendung unserer Statuten zugleich über ihre Thätigkeit vom Komitee informiert werden, erfolgt für Oesterreich- Ungarn nach Wien, für alle übrigen Länder nach Berlin. Die Zuschriften können in jeder Sprache abgefasst sein. Angesichts der eminenten Wichtigkeit unseres Unternehmens bitten wir um grösstmöglichste Unterstützung. Der Arbeits-A usschuss: Mathias Acher, Wien. ^Martin Buber, Wien. Dr. David Farbstein, Zürich. Berthold Feiwel, Berlin. Alexander Hausmann, Wien. A. J. Kastelianski, Beilin. Dr. Jacob Kohan-Bernstein, Kischinew. Dr. Abraham Korkis, Lemberg. Dr. Kornfeld, Wien. Egon Lederer, Wrien. Leo Motzkin, Berlin. Dr. Alfred Nossig, Berlin. ' L. Felix Pinkus, Bern. Davis Trietsch, Berlin. 1 Dr. Ch. AVeizmann, Genf. Zuschriften sind zu richten an die Adresse: A. J. Kastelianski, Berlin NW., Klopstockstr. 24. Für Oesterreich-Ungarn : Egon Lederer, Wien I, Wipplingerstrasse 33. Geldsendungen für den zu bildenden Fonds: An die Redaktion der Zeitschrift: „Palästina'4 Berlin-Halensee. Ringbahnstr. 125. Berlin-Wien, 2. April 1902.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.