-
Seltsam rauschts in allen Wipfeln, Und ein bittres Weinen zieht Durch das Thal von Bergesgipfeln Wie ein banges Klagelied. Rachel weint um ihre Kinder, Jeden Trost verschmäht sie bang, Weil der mächtge Ueberwinder Sie, die nicht mehr sind, …
-
131 Weicht vom Lager rings der Schlummer, Es erwachen Alle froh, Und der seelentiefe Kummer Von den Kindern Rachels floh. lliib es hat sie überkommen, Himmelher ein feiger Trost, Wie ein Traum, der halb vernommen Noch am Morgen uns umkost. …
-
Kanaan! du Land der Väter, Wo in Strömen Honig flließr, Wo ein ewig blauer Aether Sich um Cedernwipfel gießt. Land der Harfen, Land der Psalmen Gottverheißnes Wunderland, Aus dem Schatten deiner Palmen Ist dein Volk verbannt, verbannt In de…
-
133 Aber ad) zu laug geknechtet, Seiner Abkllnfr kaum bedacht, Arg verhöhnt und bös geächtet, Rnht'ö auf ihm lnic finstrer Macht. Einen Abgott hac's erkoren Halb verbrechrisch, thöricht halb, Und wie damals —• sinnverloren Tanzc es um ein g…
-
Geist bcr Mutter, Geist des Trostes, Sehnsucht füllt das Herz nach dir! Ach, verlasse dein bemoostes Grabmal, lang schon harren wir? Deines Wandels Segeusnahe Hast du immer ausgeübr, Wenn mit dunklem Wolkenwehc Sich der Kinder Tag getrübt. …
-
13 Komm und sammle mild zur Einheit Jedes Geist- und Herzenslicht, Daß in wundervoller Reinheit Durch die Nacht die Sonne bricht. Lehre Heimweh deinem Volke; In ein Kanaan will sein Herz? Fuhre denn als Feuerwotke Seine Sehnsucht himmelwärt…
-
Anmerkungen. Seite 120. „Tröstend darf sie auferstehen." Talmudische Sage. — 132. „Ein Benoni auf der Erde." Benoni, d. h. Sohn des Schmerzes, so nannte die sterbende Rachel ihren Sohn, Jakob aber nannte ihn Benjamin. — „ „Wenn sie auferste…
-
Moses in feinet Würde. Nach dem Midrasela rabbala zu Wesotli laalabcraeha von Dr. M. Sachs. Prediger der israelitischen Gemeinde i n P r a g.
-
Ob noch so Viele Großes auch vollbracht, Du überstrahlest All' in deiner Prachr. Ueber aller Frommen That und Werke Nagt Moscheh empor in seiner Stärke, Und ob auch Alle ihre Größe melden, Er ist der Herrlichste der Gotteshelden. Es nahet A…
-
140 Es spricht Moscheh: Du speistest Blinde, Wahnbethörte, Ich nährte Gottesdiener, Gottgelehrte; Du reichtest Nahrung in dem wohlverseh'nen Haus, Ich mitten in der Steppe wildem Graus. Es naht Jizchak: Du willst mit meinen Werth beginnen S…
-
Die stummen Lengen, eine romantisch-didaktische Sage a n s dem Ta l mnd von M. E. Stern.
-
weilt cm Gott in klaren, lichten Sphären, DeßVaterange ob der Schöpfung wacht, Deß Vorsehung und Huld sich uns bewahren Mit stets erneu'ter, majestät'scber Pracht. Es ist ein Gott, muß Tag den Tag belehren. Und Kunde gibt hievon die Nacht d…
-
Doch standen auch in ihrer' schönsten Vlülhe Die Blumen da, im Fardenschmuck verklärt; Als Schönste prangt im weiten Blumgebiete — Da Wen'gen nur solch Liebreiz ist gewährt, — Ein Frauenbild, wie's einst im Reich der Mythe Die Götter selbst…
-
14 Sie weinte, rang verzwelftnngsvoll die Hände, Hob andachtsvoll den frommen Blick empor. Und ihre Thränen flößen ohne Ende, So perlt der Thau ain offenen Blumenthor, — Daß Gott ihr einen Rettungsengel sende. Der ihrem Flehen hülfreich nei…
-
146 Doch sah cv Thranen unaufhörlich fließen, Vernahm der sanften Stimme süßes Flehm: »Laß, theurer Fremdling mich in dir begrüßen, »Den gotlgesandten Netter aus den Höhm! »O rette und;, und dankbar dir zu Füßen »Sollst du den vielgeliebten…
-
»D u mit* noch danken? tief er hingerissen, — »D n danken mir? Wie dan? ich's dem Geschick, >'Das dich durch mich der Todesnoth entrissen, »Dem Leben und den Deinen gab zurück! »O nimmermehr kann, Holde, ich dich missen, »Und ohne dich sind…
-
Und fromm spricht fic, mit holdgesenktem Blicke, Hub kaum verhüllend mehr was sie empfand: »Wohlan, ist von dein Lenker der Geschicke, »Wie es fast scheint, geschlossen dieses Band; »So komm' zum Vater, und zu unsrem Glücke, »Gibt er, wie i…
-
II. 149 Treu hielt Rebekka was sie zugeschworen. Blieb fest und unerschüttert treu dein Wort. DerEdeln viele hatten sie erkoren. Und zogen unerhöret wieder fort. Sie lebte ganz in ihrem Traum verloren, Ihr galt die Wirklichkeit als öder Por…
-
150 In stillem Frohsinn, ljäuSlickem Vergnügen, Schwand kamn ein Jahr hin dem beglückten Paar, Da schliefen sanft dieKnäblein in den Wiegen, Als sacht' die Amme fortgeschlichen war; Ein Wiesel nal/t, würgt Eines, laßt es liegen — Schlupft f…
-
151 »Läg' er gestorben da im Leichentuche, »Natürlich war's, ich schwiege fromm gebeugt; »Doch wo wie hier der Segen wird zum Fluche, »Da wird auf ein Vergehen hingezeigt, »Das eingetragen dort im Schuldenbuche, »Wo's wuchernd reift, wenn a…