Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 194)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2609281-3184076--0194-3184301- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Doch standen auch in ihrer' schönsten Vlülhe Die Blumen da, im Fardenschmuck verklärt; Als Schönste prangt im weiten Blumgebiete — Da Wen'gen nur solch Liebreiz ist gewährt, — Ein Frauenbild, wie's einst im Reich der Mythe Die Götter selbst als Venus hochverehrt; Was Künstler oft in hundert Bildern inalen, Sah man vereint aus ihren Zügen strahlen. Des reichen Nathan'S Tochter war's, die holde Rebekka, diese Blume Wunderschön. Als hätte sie die Grazien im Solde, Als stünden Amoretten ihr zu Lehn, Und Zephir spielte mit der Locken Golde, Als freut' er sich sie küssend zu umweh'n — Die einsam sinnend ging sich zu ergehen. Die Rose, ihre Schwestern, zu besehen. Im grünen Schatten dichtbelaubter Bäume, Schritt selbstvergessen sie und träumend hin, — Wer kennt die Macht nicht jugendlicher Träume, Wenn sie der Unschuld Sinneöreich durchzieh'»-! Im raschen Flug durchfleugt's die Weltenränme, Die Wirklichkeit muß vor der Traumwelt flieh'n So ging geschloss'nen Blick'S sie in die Ferne, Tritt fehl, und — stürzt in offene Cisterne. Wie kühne Segler rasch das Meer durchschiffen. Und träumend schon begrüßen fernes Land, Die nnversehn's an spitzen Felsenriffen Zu scheitern droh'n, an ödem, wüsten Strand; So ward von bangem Beben sie ergriffen, 'Als in der dunkeln Tiefe sie sich fand. Aus der kein Ausgang führte, keine Stufen, — Und todesbang' könnt' nur um Hülf' sie rufen.